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 Betreff des Beitrags: Welche Berufe gibt es im Mittelalter?
BeitragVerfasst: 1. Jun 2011, 18:48 
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http://www.deutschland-im-mittelalter.de/berufe.php





Arbeit und Berufe im Mittelalter

Die damalige Dreiteilung der Stände wies den einzelnen Menschen zu, welchen Tätigkeiten sie nachgehen sollten. Das handwerkliche Arbeiten war zunächst nur dem unterstem Stand vorbehalten: den Bauern. Während die Mittelschicht, also die Ritter, für die Herstellung von Kriegsgeräten zuständig war, mussten Geistliche sich dem Gebet verschreiben. Die handwerkliche Arbeit galt im Frühmittelalter als Mühsal und wurde von den meisten Menschen als Bestrafung Gottes nach dem Sündenfall angesehen. Handwerker stellten zu dieser Zeit nur Produkte für ihre unmittelbare Umgebung her.

Im Hochmittelalter wandelte sich jedoch die negative Auffassung von Arbeit. Es wurde erstmals über Bibelstellen diskutiert: Manuelle Arbeit und geistliche Konzentration wurden nicht mehr als unvereinbar angesehen. Durch diesen Wertewandel bedingte sich der Aufschwung des Handels. So Ein Bauer bei der täglichen Arbeitwurde auch die Wirtschaft in Städten angekurbelt. Die oberen Schichten wurden aufgefordert zu arbeiten.

Im Hoch- und Spätmittelalter entstanden viele Berufe. Diese richteten sich jedoch nach der Nachfrage bestimmter Produkte. Durch diese Nachfrage schlossen sich Berufsgruppen zusammen. Man unterschied hauptsächlich zwischen Handwerkern und Handelsleuten, die sich zu Zünften und Gilden zusammenschlossen. Bekannte Berufe des Mittelalters waren der Bader, der Kürschner, der Schmied, der Buchbinder, und viele mehr. Einteilen lassen sie sich beispielsweise in Bauern, Handwerker und unehrliche Berufe.
Bauern

Die Bauern machten zwar den Großteil der Bevölkerung aus, zählten jedoch zur untersten Gesellschaftsschicht. Immerhin gab es einen kleinen Anteil an freien Bauern, welche im Großen und Ganzen nur sich selbst verpflichtet waren. Zu den unfreien Bauern zählten die Leibeigenen und die Bauern im Frondienst. Mehr dazu...
Handwerker

Die Handwerker gehört ab etwa dem 12. Jahrhundert zu einer freien und durchaus auch angesehenen Gesellschaftsschicht. Bald bildeten sich Zünfte Fleischer bei der Ausübung seines Berufesder verschiedenen Berufe und die Handwerker konnten sich einen verhältnismäßig hohen Lebensstandard leisten. Die Gliederung der Ausbildungsstufen in Lehrling, Geselle und Meister blieben bis heute unverändert. Mehr dazu...
Unehrliche Berufe

Natürlich gab es auch Berufe, die nicht dem Ideal entsprachen. So zum Beispiel arbeitsscheue oder unehrliche Berufe. Als arbeitsscheu galt das Milieu der Nacht. Hierunter verstand man Bettler, Diebe und Prostituierte. Unehrliche Berufe, waren Berufe, die nicht als betrügerisch angesehen wurden, sondern als ehrlos. Unehrliche Leute lebten meist am ständegesellschaftlichen Rand. Dazu zählten auch Familienangehörige dieser Erwerbstätigen. Diese Berufe lassen sich heute nur mehr schwer zusammenfassen, denn je nach Kultur und Zeitraum änderte sich diese Auffassung über ehrlose Tätigkeiten. Mehr dazu...


http://www.leben-im-mittelalter.net/all ... erufe.html






Bader - Barbiere

Abb

Die Bader hatten sich seit dem 14. Jahrhundert in Zünften zusammengeschlossen.

In den Städten und auch auf dem Land gab es öffentliche Badestuben.

Zur Vorbeugung gegen Krankheit und Aussatz und auch wegen der Hygiene trafen sich die Männer und Frauen zu gemeinsamen Wannen- und Dampfbädern.

Der Bader, der auch als Barbier tätig war, wusch seinen Gästen den Kopf, kämmte und schnitt den Leuten die Haare und rasierte die Männer.

Auch kleine chirurgische Eingriffe führte er bisweilen aus.

Die Badegäste wurden manchmal auch mit Getränken und Speisen bewirtet und durch Musikanten unterhalten.

Aufgrund der oft bemängelten Sittenlosigkeit in den Badestuben, verbunden mit der Ansteckungsgefahr durch Krankheiten, verlor das Badewesen im 16. Jahrhundert an Bedeutung.

Im 18. Jahrhundert kam es völlig aus der Mode.


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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Berufe gibt es im Mittelalter?
BeitragVerfasst: 1. Jun 2011, 18:48 
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Bäcker

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Das Brot für den Hausbedarf einer Familie wurde zunächst meistens durch die Frauen hergestellt.

Erst allmählich hat sich die Bäckerei zu einem abgegrenzten Gewerbe entwickelt.

Bereits im römischen Reich gab es Bäcker, die sich zu Gruppen zusammengeschlossen hatten.

In Deutschland bildete sich das Bäckereihandwerk zuerst an den Orten aus, wo sich größere Menschenmengen zusammenfanden; also an Wallfahrtsorten, in den Klöstern und in größeren Städten.

Schon bald unterschied man zwischen Meistern, Backknechten (Gesellen) und Lehrlingen.

Auch die Bäcker schlossen sich wie andere Gewerke des Mittelalters zu Zünften zusammen. Die Erlaubnis das Bäckereigewerbe auszuüben nannte man Backgerechtigkeit.


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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Berufe gibt es im Mittelalter?
BeitragVerfasst: 1. Jun 2011, 18:49 
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Drechsler

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Der Beruf des Drechslers ist auch unter den folgenden Namen bekannt: Becherer, Beindreher, Bolzendrechsler, Büchsendrechsler, Holzdreher, Horndreher, Ringdrechsler, Rotschmieddrechsler oder Schachtschneider.

Das Drechseln ist bereits seit dem Altertum bekannt. Es wurde ursprünglich nicht in Holz- und Metalldreher unterschieden.

Für Gesellen war eine Wanderzeit vorgeschrieben.

Auf dem altertümlichen Fideldrehstuhl, der im 13. Jahrhundert entstandenen Wippdrehbank, und der aus dem 18. Jahrhundert stammenden Fußdrehbank mit Kurbel und Schwungrad wurden Haushaltsgegenstände aus Holz gedrechselt: Schalen, Becher, Kerzenleuchter, Schüsseln, Stühle, Schemel, Spinnräder und Teller.

Im handwerklichen Bereich fanden Drehteile für Möbelschreiner, komplette Handwerksgeräte oder Fasshähne Verwendung.

Aber auch für den künstlerischen Bereich wurden Pfeifen und andere Musikinstrumente hergestellt.

In der Barockzeit verarbeiteten die Drechsler kostbare Materialien wie Bernstein, Elfenbein und Edelmetalle.

In der Metalldreherei wurde dann seit dem 16. Jahrhundert auch die Antriebskraft des Wassers genutzt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Berufe gibt es im Mittelalter?
BeitragVerfasst: 1. Jun 2011, 18:50 
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Köhler

Abb

Die Köhlerei ist ein Handwerksbetrieb, in dem der Köhler Holzkohle herstellt. Der Beruf des Köhlers ist heute fast unbekannt, da die Köhlerei in Deutschland und auch in Europa kaum noch Bedeutung hat.

Früher jedoch handelte es sich dabei um einen sehr wichtigen Beruf. Die Köhler stellten Holzkohle her, welche für die Eisenverhüttung, Glasgewinnung und die Gewinnung von Edelmetallen sehr wichtig war, da hierbei sehr hohe Temperaturen notwendig waren.

In Gegenden ohne natürliche Kohlevorkommen wurde für diese Arbeiten Holzkohle benötigt. Unmengen von Bäumen und ganze Wälder wurden dafür abgeholzt.

Als später die Steinkohle abgebaut und verwendet wurde, war der Beruf des Köhlers nicht mehr von Bedeutung.
Die Meilerverkohlung zur Herstellung von Holzkohle ist schon seit dem Altertum bekannt.

Abb

Der Holzkohlenmeiler wird auf ebener Erde errichtet. Der Bau beginnt in der Mitte mit einem Schacht, der aus drei Fichtenstangen gebildet wird, die senkrecht in den Boden eingelassen und miteinander verbunden werden, der sogenannte Quandelschacht.

Rundherum wird dann sorgsam Holz aufgeschichtet, aus dem die Holzkohle entstehen soll. Darüber kommt das „Dach“, eine Schicht aus Holz oder Laub oder Stroh.

Das ganze Material wird mit Erde abgedeckt, um den Meiler luftdicht abzuschließen. Durch den Quandelschacht wird der fertige Meiler entzündet, indem der Köhler glühende Holzkohle hineinschüttet.

In den ersten Tagen wird in die Fülle laufend Holz nachgegeben, bis sich der Schacht bis oben gefüllt hat. Die Verbrennung regelt der Köhler, indem er rundum kleine Löcher in die Erdhöhle sticht oder sie wieder verschließt.

Der gesamte Prozess vom Aufbau bis zum Löschen des Meilers und der Ernte der Holzkohle dauert je nach Größe des Meilers ungefähr zwei bis vier Wochen.

Die fertige Holzhohle wird dann in Säcke gefüllt und verkauft.

Die Köhler führten früher ein einsames und bescheidenes Leben. Da sie den Meiler ständig beobachten und die richtige Temperatur einhalten mussten, lebten sie in kleinen Hütten neben dem Meiler.


Der Holzkohlenmeiler in Flaesheim

Jedes Jahr am 1. Mai wird an dieser Stelle ein Holzkohlenmeiler entzündet. Er erinnert an die lange Tradition der Köhlerei und an die Bedeutung des Holzes und damit auch der Wälder für die erste Phase der Industrialisierung im Ruhrgebiet.

Um die Köhlerei wieder bekannter zu machen, gibt es während der Brennzeit des Meilers ein buntes Programm, besonders an den Wochenenden im Mai.

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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Berufe gibt es im Mittelalter?
BeitragVerfasst: 1. Jun 2011, 18:51 
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Schmiedehandwerk

Abb

Der Beruf des Schmieds genoss im Mittelalter ein hohes Ansehen, da die Eisenverarbeitung von sehr großer Bedeutung war.

Das Handwerk des Schmiedens hat viele verschiedene hochspezialisierte Berufszweige hervorgebracht.

So kennt man: Hufschmied, Goldschmied, Waffenschmied, Plattner (Harnischmacher), Kesselschmied, Werkzeugschmied, Silberschmied, Kunstschmied und Nagelschmied.

Fast jede Burg im Mittelalter hatte einen eigenen Hufschmied, Waffenschmied und Plattner.
In ihren Werkstätten wurden die Pferde beschlagen, Pflüge repariert, Rüstungen und Waffen geschmiedet oder in Stand gesetzt.

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Wegen der Brandgefahr waren diese Burgschmieden meistens in einem eigenen Gebäude untergebracht, oder die Schmiedearbeiten fanden im Freien statt.

Denn das zu verarbeitende Eisen musste im Feuer zur Rotglut gebracht werden, bevor es auf dem Amboss mit dem Schmiedehammer bearbeitet werden konnte.

Ihren Höhepunkt erreichte die Plattnerkunst um das Jahr 1500. Vielen Plattnern gelangen Ritterrüstungen – besonders Prunkrüstungen – die die reinsten Kunstwerke waren.

Sie waren die reinsten Metallkünstler, die äußerst geschickt mit dem schwer zu bearbeitenden Material umgingen und viele verschiedene Schmucktechniken entwickelten.
Die Bedeutung des Schmiedeberufs an den Burgen nahm ab, als im 16. Jahrhundert vermehrt die Feuerwaffen bei Kämpfen eingesetzt wurden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Berufe gibt es im Mittelalter?
BeitragVerfasst: 1. Jun 2011, 18:51 
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Schuster

Der Beruf des Schusters oder Schuhmachers ist ein gutes Musterbeispiel für die veränderte Rolle des Handwerks: Vom Herstellen der Schuhe zum Reparieren der Schuhe.

Früher war die Qualität und die Beschaffenheit der Schuhe genau vorgeschrieben, und die in hervorragender Handarbeit angefertigten Schuhe hielten oft mehrere Jahre und konnten mehrmals repariert und ausgebessert werden.

Die meisten Leute hatten auch nur zwei Paar Schuhe, ein Paar für den Sommer und ein Paar für den Winter.

Heute jedoch werden Schuhe nur noch in Ausnahmefällen - wie bei orthopädischen Schuhen - in einer Schusterwerkstatt in Handarbeit angefertigt; die selten gewordenen Schuster beschränken sich meist auf Reparaturarbeiten.

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Das Handwerk des Schusters - oder auch Schuhmacher genannt - ist eine der ältesten Zünfte. Schon im Mittelalter bildete sich dieser Beruf heraus. Eine Lehre zum Schuster dauerte damals sieben Jahre. Am Ende der Lehre musste der Lehrling sein Können mit einem Meisterstück beweisen.

In kleinen Städten waren die Schusterwerkstätten meistens Ein-Mann-Betriebe, in großen Städten wurden aber auch mehrere Gesellen und Lehrlinge beschäftigt.

Im Mittelalter gab es die Stadtschuster, die normalerweise nur neue Schuhe und Stiefel anfertigten. Daneben gab es den Flickschuster, der für Reparaturen von Schuhen zuständig war. Auf dem Land gab es aber auch Hausschuster, die von Haus zu Haus gingen und ihre Arbeit anboten.

Das Material des Schusters war meistens Leder. Zunächst stellte der Schuster das Leder selbst her, später entstand der Beruf des Gerbers, von dem der Schuster das Leder bezog.



Die Werkzeuge des Schusters

Ein Schuster benutzte folgende Werkzeuge: Die Ausputzmaschine, die Ahle, die Falzzange, den Hammer, die Holznägel, die Leisten, den Klopfstein, den Knieriemen, den Nagelbohrer, den Schusterdraht und den Zweifuß.

Die Ahle ist die Nadel des Schusters, mit welcher man gut durch das Leder stechen kann.

Mit dem Nagelbohrer sticht der Schuster Löcher für die Nägel in die Sohle oder in das Leder.

Mit der Ausputzmaschine wird die Schuhsohle glatt geschmirgelt. Diese Maschine ist ziemlich groß und hat mehrere mit Schmirgelpapier versehene Räder, die sich durch Knopfdruck drehen.

Zum Einschlagen der Nägel werden die Schuhe auf den Zweifuß gesteckt, der zwei Eisenfüße hat, jeweils für den vorderen und den hinteren Teil der Schuhe.

Der Schuster benutzte Holznägel und Eisennägel. Da die Eisennägel bei nasser Straße leicht rosteten, wurden vorzugsweise verschiedene Arten von Holznägeln verwendet.

Mit dem Schusterhammer werden die Nägel in die Sohle der Schuhe geschlagen. Die Sohle wird zunächst mit Leim am Schuh befestigt, bevor die Nägel eingeschlagen werden.

Abb

Der Leisten sieht aus wie ein Fuß aus Holz, diesen braucht der Schuster um das Leder in Form zu bringen.

Die Falzzange dient dazu, das Oberleder über die Brandsohle zu ziehen, um es dann zu befestigen.

Auf dem Klopfstein wird das eingeweichte Sohlenleder geklopft, damit die Poren abgedichtet werden und der Schuh wasserdicht ist.

Den Knieriemen legt sich der Schuster mit dem einen Ende um den Fuß, und das andere Ende schlingt er sich um das Knie. Er dient dazu, dass sich der Schuster den Schuh am Knie festhalten kann, um ihn zu bearbeiten.

Das Schusterpech zum Durchziehen des Zwirns, der auch Schusterdraht genannt wird, darf natürlich nicht fehlen, denn damit werden die Nähte gemacht.

Vor allem aber benötigt der Schuster gutes Licht, um einen handwerklich perfekten Schuh anzufertigen. Da die Tage im Winter aber sehr kurz sind, reichte die Beleuchtung mit Kerzenlicht nicht aus.
Ein wirklich schlauer Kopf dachte sich die gläserne Schusterkugel aus. Diese wurde mit Wasser gefüllt und vor die Lichtquelle gehängt. Wie bei einem Brennglas bündelte das Wasser die Lichtstrahlen und konzentrierte sie auf einen Punkt, der dann grell beleuchtet war. An genau dieser Stelle nähte der Schuster nun seine Schuhe.

Bis ins 20. Jahrhundert ließ der Bürger seine Schuhe beim Schuhmacher maßgeschneidert anfertigen. Die Schuhe wurden, wenn die Sohlen abgenutzt waren, nicht einfach entsorgt, sondern neu besohlt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Berufe gibt es im Mittelalter?
BeitragVerfasst: 1. Jun 2011, 18:53 
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Seiler

Abb

Sicher hast auch du schon oft ein Seil in der Hand gehabt oder benutzt. Aber hast du dir dabei auch einmal überlegt, wie wichtig Seile sind und welche Bedeutung sie für den Menschen haben?

Das wahrscheinlich älteste Seil, das schon gut 3300 Jahre alt war, fand man im Jahre 1924 in Ägypten.

Das Seil war spätestens im Mittelalter ein ganz normaler und wichtiger Gebrauchsgegenstand, der meistens aus Hanf oder Flachs hergestellt wurde. Der Beruf des Seilers selbst war zu dieser Zeit sehr angesehen und viele Lieder handelten von diesem Beruf und den Männern seiner Zunft.

Ein Seil hing im Mittelalter bereits in jedem Brunnen, um daran den Eimer hinab- und hinaufzulassen. Das Seil hielt auch die Steine, die teilweise große Höhen überwinden mussten, wenn Kathedralen, Türme, Burgen und befestigte Städte gebaut wurden. Und auch das Seil ermöglichte erst die Schiffahrt.
Der Arbeitsplatz eines Seilers war auf der Seilbahn, die auch Reeperbahn genannt wurde. Daher hat auch die Reeperbahn in Hamburg ihren Namen.

Abb

Im Mittelalter war in jedem Hafen mindestens eine Seilbahn mit Längen von 80-240 Metern.

Im ersten Arbeitsschritt stellte der Seiler aus seinem Rohmaterial (Hanf oder Flachs) eine Litze her. Dies geschah zuerst noch per Hand, aber schon bald erfand man das äußerst praktische Seilrad.

Bei dieser Tätigkeit wurden mehrere Faserstränge so lange gedreht, bis sie zu einzelnen, dickeren Strängen wurden. Damit sich diese nicht untereinander verdrehten, wurden in einigem Abstand Seilböcke aufgestellt.

Das sind Geräte, die dem Ende einer Harke, die auf einem Bock befestigt wurde, ähnlich sehen. Das Verdrehen der einzelnen Faserstränge geschah mit der Hilfe des Seilgeschirrs, in das die Fasern eingehängt wurden.
Je stabiler und dicker ein Seil sein sollte, desto mehr Litze benötigte ein Seiler, und so legte er teilweise mehrere Kilometer zurück, um ein langes und reißfestes Seil herzustellen. Wenn die Seilstränge dann so stark verdreht waren, dass sie sich beinahe schon von selbst verfilzten, fixierte der Seilmacher den Nachschlitten.



Abb

Jetzt erst begann aber die eigentliche Kunst des Seilmachers:

Der Seiler schob das Leitholz auf das Seilgeschirr zu, so dass sich die Stränge dahinter durch ihre eigene Spannung verdrehten, und zwar in die entgegengesetzte Richtung, in der sie selbst verdreht waren. Das ist auch der Grund, warum sich Seile nicht von alleine aufdrehen.
Später wurden auch schwere Seilgeschirre entwickelt, die mit Zahnrädern angetrieben werden konnten. So wurde es möglich, noch viel stabilere Seile herzustellen.

Abb

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Zeit der Industrialisierung änderte sich an der Seilherstellung zunächst nichts. Seile wurden weiterhin so hergestellt, wie man es von früher kannte.

Nur die Verarbeitung des Rohstoffes Hanf, also das Brechen und Rösten der Hanfstengel wurde mit Maschinen erledigt. Aber ansonsten verlor das Handwerk des Seilmachers nichts von seiner Bedeutung.

Erst am Ende des 19 Jahrhunderts wurden auch bei der Seilherstellung verstärkt Maschinen genutzt. Die alte Kunst der Seiler verlor immer mehr an Bedeutung und geriet zu Zeiten des Wirtschaftswunders mitsamt ihrer Rohstoffe Hanf und Flachs fast vollkommen in Vergessenheit.

Heutzutage gibt es nur noch wenige Menschen, die dieses alte Handwerk ausüben, und es werden leider immer wenige


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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Berufe gibt es im Mittelalter?
BeitragVerfasst: 1. Jun 2011, 18:53 
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Steinmetz

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Die Steinmetze und Steinbildhauer waren die wichtigsten Bauhandwerker des Mittelalters. Ihre Arbeit und das Werkzeug unterscheidet sich kaum.

Der Steinmetz bearbeitet die Steine für Bauzwecke, während der Steinbildhauer Kunstwerke wie Statuen, Bildstöcke und Grabsteine aus Stein haut.

Um Steinmetz werden zu können, musste ein Mann zunächst eine Ausbildung als Maurer abgeschlossen haben. Mit langer Erfahrung und bei besonderer Begabung konnte er dann Steinmetz oder Steinbildhauer werden.

Nach der Lehrzeit, die 5 bis 7 Jahre dauern konnte, erfolgte die Lossprechung des Gesellen. Bei dieser Lossprechung musste er unter Eid geloben, gehorsam und ehrlich zu sein, die Ehre des Handwerks zu bewahren und die Kunst seiner Arbeit nicht zu verraten.
Auch musste er versprechen, sein „Steinmetzzeichen“ nicht zu verändern.

Abb


Dieses Steinmetzzeichen wurde den Gesellen am Ende der Lehrzeit als Ehrenzeichen verliehen. Es bestand immer aus geometrischen Formen (Quadraten, gleichseitigen Dreiecken und Kreisen).

Die Steinmetze benutzen dieses Zeichen auch als Inschrift, indem sie nach Fertigstellung eines Bauwerkes dieses Zeichen an einer gut sichtbaren Stelle anbrachten.

Die Steinmetzarbeiten des Mittelalters wurden mit Werkzeugen ausgeführt, deren Spitzen oder Enden aus Eisen waren.

Das grobe Behauen der Steine, das Bossieren, erfolgte bereits im Steinbruch.

Für die weitere Bearbeitung der Steine hatte der Steinmetz folgende Werkzeuge:

Zweispitz, Fläche, Scharriereisen, Schlageisen, Krönel, Stockhammer und Klöppel.

Sämtliche Flächen eines Steins wurden zuerst mit dem Schlageisen bearbeitet, um den Stein rechteckig zu schlagen.
Die verbleibenden Unebenheiten wurden dann mit den anderen Werkzeugen entfernt.



Abb


Die rechtliche Verbindung der Steinmetze war nicht wie bei den anderen Handwerkern des Mittelalters die Zunft, sondern die "Bauhütte".

Ursprünglich war dies die Bezeichnung für die Baubaracke, in der die Lehrlinge und Gesellen ausgebildet wurden.

Diese Bauhütte durfte auch kein Außenstehender betreten, da die Steinmetze sehr streng ihr Berufsgeheimnis bewahrten.

Dieser Begriff „Bauhütte“ wurde daher auch als Name für ihre rechtliche Verbindung übernommen. Und auch nur Steinmetze, die der Bauhütte angeschlossen waren, konnten an anderen Orten Arbeit finden.

Denn sie hatten bestimmte Schlüsselwörter und Handgriffe für die Begrüßung – Geheimzeichen sozusagen – die kein anderer außer ihnen kannte. Sie trugen eine eigene Tracht, lebten streng nach ihren festen Regeln und hatten auch eine eigene Gerichtsbarkeit.

Abb


Es gibt nur wenige Berufe, in denen etwas fast Unvergängliches hergestellt wird, aber die Steinmetze und die Steinbildhauer gehören dazu.

Was sie geschaffen haben, überdauert Generationen und manchmal Jahrhunderte.

Diese Arbeit der Vorfahren zu erhalten, ist eine Aufgabe für die Steinmetze von heute. Die Erhaltung und Restaurierung von historischen Bauwerke nimmt sogar einen immer breiteren Raum ein.

Denn schädliche Umwelteinflüsse führen zu Zerstörungen an den früher unvergänglich erscheinenden Denkmälern und Bauwerken.

Ein weiteres Arbeitgebiet für den Steinmetz von heute sind die Grabdenkmäler. Dazu gehört die Bearbeitung, die Beschriftung und das Aufstellen der Grabsteine.

Außenfassaden aus Naturstein, Treppen und Fußböden fertigen die Steinmetze von heute ebenso an wie Rekonstruktionen für historische Bauten.


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BeitragVerfasst: 1. Jun 2011, 18:55 
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So sah es also bei den Frauen im Mittelalter aus...


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BeitragVerfasst: 2. Jun 2011, 10:40 
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Das Söldnerwesen im Mittelalter


Definition

Bereits durch seine Etymologie setzt das Konzept des Söldnerwesens voraus, dass die von ihm geprägten Beziehungen zwischen einer staatlichen bzw. herrschaftlichen Macht und den von ihr rekrutierten Kriegsleuten von (grundsätzlich, wenn nicht ausschließlich) monetärem Charakter sind. In diesem Sinne ist jedoch nicht jeder Kriegsmann, der von seinem Auftraggeber Geld empfängt, notwendig als Söldner anzusprechen (die Quellen des Mittelalters kennen zwar gelegentlich den Begriff des "mercenarius", der aber zumeist einen besoldeten Dienstmann im allgemeinen Sinne, sehr selten aber einen Kriegsmann bezeichnet, wohingegen das französische Wort soudoyer, dessen lateinische Entsprechung "solidarius" und "stipendiarius" sind, seit dem 12. Jahrhundert in altfranzösischen Texten erscheint); vielmehr ist die Anwendung des Begriffes des Söldners auf einen (besoldeten) Kriegsmann dann unangemessen, wenn dieser in feudalen oder verwandtschaftlichen Beziehungen zu seinem Auftraggeber steht oder ihm durch starke landsmannschaftliche oder "nationale" Bindungen verpflichtet ist. Daher ist bei jedem militärischen Verhältnis die Frage zu berücksichtigen, mit welcher Intention oder aus welchen vorrangigen Motiven die jeweilige politische Gewalt bzw. der jeweilige Kriegsmann eine Rekrutierung vornahm bzw. sich rekrutieren ließ. Hier spielt die Mentalität eine dominierende Rolle.



Früh- und Hochmittelalter

Auch wenn die Quellen hierüber weitgehend schweigen, ist keineswegs ausgeschlossen, dass in der Periode des Frankenreiches "öffentliche" wie "private" Gewalten Krieger gegen Entgelt (Naturalien oder Geld) in ihren Dienst nahmen. Das sich in der nachfolgenden Periode voll ausbildende Lehnssystem, das vor allem in Frankreich und England (nach 1066) seine stärkste Ausprägung erfuhr, sah vor, dass der Lehnsmann als Gegenleistung für das empfangene Lehen dem Lehnsherrn (bzw. mehreren Lehnsherren) unbezahlten Heeresdienst schuldete, wobei die Einkünfte aus dem Lehen gleichsam als übliche "Bezahlung" für die geleistete Heerfolge betrachtet wurden. Damit waren Organisation der Heere und Organisation der Feudalgesellschaft (im Sinne des von M. Bloch geprägten Begriffs der société féodale) nicht nur eng miteinander verzahnt, sondern bildeten gleichsam eine organisatorische Einheit. Die Heere jenes Zeitalters spiegelten in ihren institutionellen und sozialen Strukturen das Über-, Neben- und Untereinander der feudalen Mächte wider. Die Art und Dauer des feudalen Heeresdienstes ("servitium debitum") wurden im Allgemeinen durch das Lehnsrecht sorgfältig definiert, wobei es auch zu (gerichtlichen) Streitigkeiten zwischen den Beteiligten kommen konnte. Ebenso hatten auch die städtischen Gemeinwesen kostenlos Heereskontingente (Berittene, aber vor allem Fußsoldaten) zu stellen. Um diese Kontingente aufzubringen, warben die Städte Freiwillige an, die sie in der einen oder anderen Weise unterhielten und die somit - in gewisser Weise - als Söldner betrachtet werden können.


Sold und Söldner

Dies bedeutete zum einen, dass das Problem der Besoldung die anderen mit einem Kriegszug verbundenen Fragen an prekärer Bedeutung oft übertraf: Die kriegführenden Staaten, die immer knapp an flüssigem Geld waren, schafften es zumeist nicht (trotz häufiger Geldentwertung), ihre Verpflichtungen hinsichtlich der Soldzahlungen wirklich einzuhalten. Dies galt in besonderem Maße für die französische Monarchie, deren Soldverträge (lettres de retenue) stets nur eine Anzahlung des gesamten Soldbetrages folgte. Die englische Monarchie war ihrerseits dagegen weitaus sorgsamer darauf bedacht, den in ihren Soldverträgen (indentures) festgesetzten Zahlungsverpflichtungen auch tatsächlich nachzukommen. Auf jeden Fall stellten die Soldzahlungen nur einen Teil des Profits der Kriegsleute dar; andere Einnahmequellen wie vor allem Lösegelder (Kriegsgefangene) und Beuteanteile waren oft umfangreicher und folglich attraktiver. Hinzuzufügen ist, dass die Kriegsleute stets versucht waren, in Feindes-, aber auch Freundesland für das, was sie konsumierten, so wenig wie möglich zu zahlen, was den ursprünglich eher als Entschädigung für Ortswechsel konzipierten Sold zu einem fast ausschließlichen Reingewinn werden ließ. Andererseits machten Söldner im eigentlichen Sinne (soudoyers aventureux) nur einen Teil der Armeen aus, selbst der besoldeten. Die adligen Untertanen, die dem König von Frankreich dienten, können wegen ihres Rechtsstatus' und ihrer Einkünfte nicht als Söldner betrachtet werden, auch wenn sie den Empfang eines Soldes als selbstverständlich und unabdingbar ansahen. Demgegenüber können als Söldner gelten: die genuesischen Armbrustschützen, die zu Wasser und zu Lande Philipp IV. von Valois dienten, die Lombarden, Spanier und Schotten im Solde Karls VII., die von Ludwig XI. und Karl VIII. für die Bretagne- und Italienzüge angeworbenen Schweizer sowie die englischen Bogenschützen unter Karl dem Kühnen. Die ausländischen Kriegsleute können selbst dann als Söldner angesehen werden, wenn ein Bündnis zwischen ihren Landesherren und demjenigen, der sie anstellte, bestand (z. B. die sogenannte Auld Alliance zwischen Frankreich und Schottland). Das Söldnertum impliziert auch ein Fehlen beruflich-zünftischer Bindung, des geregelten Einkommens und des Sozialstatus', einen Bruch mit dem Herkunftsmilieu, der bis zur Entwurzelung reichen konnte. Die Söldner waren keine Adligen, die häufig (aus Neigung zu Krieg und Beutemachen oder Verpflichtung) an den Kriegen ihres Fürsten teilnahmen, sondern professionelle Kriegsleute, für die der Krieg zugleich Mittel des Unterhalts wie Lebensinhalt war. In diesem Sinne mussten Söldner nicht zwangsläufig Fremde, sondern konnten auch Landeskinder sein.

Die betroffene Bevölkerung und die öffentliche Meinung stand den Söldnern voll Aversion, bestimmt von Furcht wie Verachtung, gegenüber. Die Haltung der Staatsgewalten war eine ambivalente: Einerseits wurden sie wegen ihres unkontrollierbaren Verhaltens und ihrer ausschließlich auf Geldgewinn gerichteten Motivation voll Misstrauen betrachtet (allerdings ist bei manchen Söldnern, über den Wunsch Profite zu machen hinaus, eine gewisse Selbstliebe und ein Stolz zu einem wehrhaften Volk zu gehören, erkennbar, ausgeprägt bei den Schweizern), die Staaten waren besorgt über die Erhöhung der Ausgaben, doch erkannten sie andererseits die professionellen Kompetenzen der im Grunde unentbehrlichen Söldner durchaus an und bemerkten, dass ihnen eine gewisse Art der Treue und Loyalität eigen war. (Karl VII. und seine Nachfolger ließen folglich ihre Sicherheit bevorzugt durch schottische Leibwachen schützen.)


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