Aktuelle Zeit: 20. Okt 2017, 03:22

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 
AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Regeln der Mittelaltersprache
BeitragVerfasst: 12. Jun 2011, 18:14 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 06.2011
Beiträge: 129
Geschlecht: weiblich
Mittelalterliche Ausdrucksweise (Crashkurs)

1. Vorwort

Bei der Nachbildung mittelalterlichen Daseins für Publikum wird inzwischen sehr genau darauf geachtet, den Sinnen einen möglichst authentischen Vergangenheits-Genuß zu bieten: Dem Auge wird gar vieles dargetan, das so schon lange nicht mehr üblich ist, während ihm der Anblick neuerer; Materialien und Erfindungen meistenteils erspart bleibt. Der Gaumen erfreut sich an lang verschollenen Rezepturen. Um die Nase wehen zumindest einige Wohl- und Arbeitsgerüche (während die eigentlich höchst 'authentischen' Fäkaldünste diskret mit sehr modernen Methoden vermieden werden). Auch ans Ohr ward gedacht, und so bietet verschiedenste Kunstschaffende manches Stücklein alter Musik (oder was sie dafür halten) dar. Selbst die Füße erleben Stroh statt Asphalt und damit ein ungewohntes Daseinsgefühl. Wer heutige Mittelalter-Märkte besucht, hebt heimelig an, die eigene Epoche für eine erträglich kurze Frist zu verlassen.

Doch ach, beim Ohre endet oftmals jäh die Zeitreise, sobald es sich aus den handwerklichen Geräuschen und musischen Klängen löst und dem Gewirr der Stimmen lauscht. Weiter links verkündet ein Gaukler: „Okay, jetzt kommt ein echt schwieriger Trick", während die Händlerin vor mir wahrheitsgemäß antwortet: „Das kostet achtfuffzich der Meter." Allen anderen Sinnen trotzend, weiß das Gehör sich zweifelsohne fest verankert in der Gegenwart, und es findet binnen Stundenfrist noch allerlei Anlaß mehr, sich des Kalenders stets aufs Neu gänzlich gewiß zu sein

Zugegeben: Wenn sich alle Akteure nur noch in Mittelhochdeutsch unterhielten (erstaunlich viele könnten das sogar), kämen im Kreise des erlauchten Publikums nur vereinzelte Hochgebildete, einige wenige „Nordlichter" und ein paar zufällig anwesende Finnen oder Niederländer noch halbwegs mit. Der Rest verstünde nicht einmal „Bahnhof" (den gab's ja bekanntlich noch nicht).

Wie so manches, läßt sich auch dieses dialektische Dilemma auf verschiedene Art lösen, und die Geschichte zeigt uns, daß es durchaus mehrere „richtige" Wege nebeneinander geben kann.

2. Grundregeln


Die erstaunlich wenigen Grundregeln, die es beim Erlernen der Marktsprache zu beachten gilt, passen in Stichpunkten bequem auf einen wirklich kleinen "Spickzettel".

Die zuweilen bewunderte Kunst besteht in beständiger Aufmerksamkeit, etwas Kombinationsfreude, (leider auch) Begabung und sprachlichem Talent, aber selbst dann noch sehr viel Übung und noch mehr Fleiß. Ohne Letzteren hat noch niemand die Meisterschaft in ihrem oder seinem Fach gewonnen.

Nun endlich zum Thema kommend, betrachten wir kurz unser künftiges „Spickerl", und widmen uns sogleich der tieferen Bedeutung all dieser Stichworte:




Ihr
zen und Euchzen

Gebet ein „e" den Verben

Englisch ist out!

Altbackene Worte

Latein ist excellent

Des Genitivs Nutzung

Den Konjunktiv gäb´s auch

Aus Neu mach´ Alt

Geschraubte Sätze


1. Anrede

Im Allgemeinen gilt zunächst: Wir siezen nicht, wir ihrzen und euchzen. (Das ist zwar aus historischer Sicht ungenau. Aber das allgemein übliche „Du" wäre einfach langweilig.)

>Seid willkommen an der Stätten.</td></tr>

>Drängt Euch eine Frage? Nur frisch heraus damit!

Als Grundlage mag es genügen, erstmal schlichtweg alles und jede/n zu ihrzen. Wenn wir etwas sicherer geworden sind, dürfen (und sollten) wir unterschiedliche Standes-Ebenen in der Anrede verdeutlichen: aufwärts sagen wir dann stets 'Ihr', untereinander kommt bei einigen Leuten schon mal ein 'Du' vor, und abwärts ist das Duzen ganz selbstverständlich.

2. Verben


Bei Aufforderungen und Fragen eignen sich Verben (Tätigkeitswörter) ganz vorzüglich dazu, am Ende um ein eingeschobenes bereichert zu werden.

>Ei, schauet nur diese Pracht!

>Habet Ihr Eure Wahl schon getroffen?

>Bedürfet Ihr eines Rates?

>Wünschet Ihr noch einen weiteren Trunk?



Allerdings sollten wir hier nicht übertreiben. Nicht jedes Verb muß so verlängert werden, sonst leidet der Sprachfluß. Machet sparsamen, doch regelmäßigen Gebrauch davon, als wäre es Salz.

>Laßet Euch nicht drängen. Wählet nur in Ruh und mit Bedacht.<

3. Englisch

Der heute übliche Gebrauch von Anglizismen ist erst seit der Amerikanisierung unserer Kultur selbstverständlich. Im Mittelalter finden wir derlei nicht. Um grobe Schnitzer zu vermeiden, gilt es also auch, uns selbst zuzuhören und bei Bedarf Ersatz zu finden. Hier ein paar Beispiele, die sich oft und gerne einschleichen, mitnebst möglichen sprachlichen Ausweichmöglichkeiten:


Fair -> rechtens, ritterlich, regelrecht

Unfair -> nicht rechtens, nicht gerecht, wider die Regeln

Okay -> In Ordnung, „Je, nun", „Nun, gut", Wohl an, alsdann

Stop! -> Haltet ein!

Trick -> Kunststück, Kunstgriff, Kniff

Sport -> Ertüchtigung

Baby -> Säugling



4. Altbackene Worte




Die obigen Beispiele lassen es bereits erahnen: In unserer Sprache gibt es gar viele altbackene Worte und Redeweisen, die wir sehr wohl verstehen und sofort wieder erkennen, dieser Tage jedoch nur gar zu selten eigenmündig verwenden. Wenn wir es doch nur verstünden, davon so viele als möglich zu sagen, als wäre derlei unser täglicher Sprachgebrauch! Dann nämlich wäre es kaum noch vonnöten, uns um Weiteres zu bemühen. Wer wie eine Figur aus dem Märchenbuche spricht, überzeugt bereits zur Genüge. Dieser Absatz mag als Beispiel dienen.

Oft hilft es bereits gewaltig, sich zu fragen, wie wohl eine Märchenfigur dieses oder jenes sagen würde, dass wir auf dem Markte öfter mal in unseren jetzigen Worten sagen. Für Vieles bietet die deutsche Sprache auch ältere Worte und Formulierungen, die mindestens ebenso richtig, in unserer „Neuzeit" aber einfach veraltet sind. Hier läßt sich vieles bereits aus der eigenen Erinnerung zum alltäglichen Gebrauch gewinnen, ohne auch nur ein einziges Buch zu Rate zu ziehen.

5. Latein ist ecellent

Wer sich der Darstellung der höheren Stände widmet, kann und darf gerne einer Mode folgen, die bereits im Mittelalter entstand: der Latinisierung. Es klingt doch weitaus gebildeter, wenn etwas Latein in die Umgangssprache einfließt. (Ein Excempel excessiven Gebrauchs können wir im „Simplicissimus" nachlesen). Allerdings sollten sich Vertreter der niederen Stände besser vom Latein fernhalten. Denn schließlich: Wo sollen sie es denn her haben?

6. Des Genitivs Nutzung

Des Genetivs Anwendung ist inzwischen rar geworden. Seine Verwendung am Satzanfang ist zudem ein hübscher Kunstgriff, dessen Erfolg die geringe Mühe durchaus lohnt.

7. Den Konjunktiv gäb´s auch

Die Möglichkeitsform vertrüge durchaus mehr Verwendung, als die Neuzeit ihr zugesteht. Mit etwas Ohrenmerk fände sich wohl mancher Anlaß, und ganz alltägliche Sätze klängen plötzlich seltsam fremd.

>Mich deucht, es wär wohl mählich an der Zeit...

>Das könnt' ich wohl für Euch verrichten<

>Dies wäre schon für drei Silbergulden wohlfeil<



Allerdings sei hier zur besonderen Vorsicht geraten. Ein Übermaß gerät flugs zum Eigentor: Gerade die hübschen kleinen Wörtchen „wär" und „sei" verführen zu möglichst häufiger Anwendung. Für's Erster sorgt derlei ja auch für einen höchst befremdlichen Klang. Überdies enthebt es uns der Mühe, das grammattisch richtige Wort zu finden. Der leicht erzielbare Effekt ist in der Tat so gewaltig, daß alsbald schon die Versuchung entsteht, sich im Bereich „mittelalterlicher" Marktsprache stets auf diesen einen bequemen Punkt zu beschränken. Leider jedoch nutzt sich die Wirkung gerade dadurch ebenso schnell wieder ab. Und spätestens, wenn der Konjunktiv dort erzwungen wird, wo er grammattisch blanker Unfug ist, blinzelt uns deutlich hörbar ein Faulpelz an.

Hier ein Paar abschreckende Beispiele, wie es bitte nicht sein sollte:

>Ich hätt's wohl vergessen.< (... unter welcher Bedingung?)

>Ich sei wohl der Schmied hier...<(... hat man ihm gesagt. Wer aber ist er wirklich?)<



Unsere Verbesserungs-Vorschläge:


Es ist mir gänzlich entfallen.

Zu Sankt (Tages-Heiliger von übermorgen) ist es nun drei Jahre her...

Ich bin der Schmied anhier...

8. Aus Neu mach' Alt

Die Begegnung der Epochen bringt es mit sich, daß Marktbesucher Dinge mit sich führen, die es im Mittelalter noch nicht gab. Im Umgang mit diesen hat sich ein Spiel entwickelt, das allen Beteiligten immer wieder Freude bereitet: die Übersetzung des Gesehenen in die mittelalterliche" Sprech- und Sichtweise

Zwar ist derlei nicht wirklich notwendig, aber beispielsweise das Wort vom „Taschen-Drachen" ist ein so drolliges, daß es sich allgemeiner Beliebtheit erfreut. So erstaunt es nicht, daß vielerorts auch von Augenrädlein, Regendächlein, Lustkutschen oder Schnellzeichengeräten gesprochen wird, als seien all diese Dinge für uns ganz selbstverständlich..

Zugegeben: Diese Wortschöpfungen haben weniger mit altertümelnder Sprache zu tun als eher einem „kreativen Anachronismus". Aber gerade einer lebendig gewordenen Kunstsprache, wie die „mittelalterliche Marktsprache" nun einmal ist, stünde es schlecht an, solch spielerischen Umgang mit Gegebenheiten und Worten tadeln zu wollen. Wer in der eigenen Rolle und sprachlich sicher ist, wird gewiß keine großen Schwierigkeiten haben, derlei zu umgehen. Für Andere ist es ein Hilfsmittel mehr, das gerne mal verwendet wird.

9. Geschraubte Sätze

Als hilfreich erweist sich auch ein großes Gedächtnis, welches in der Lage ist, lange und geschraubte Sätze zu gestalten, darin ein Nebensatz noch sein Plätzchen findet, und dieselben hernach auch noch fehlerfrei aufzusagen. Dieses Stilmittel entsprich durchaus der Gewohnheit früherer Sprache und hat nicht unbedingt mit Verkünstelung zu tun. Es muß jedoch nicht jeder Satz lang sein.

10. Weitere Möglichkeiten( für Fortgeschrittene )

10.1. Satz-Umstellung


Wer bereits über ein gewisses Repertoire an Standard-Sätzlein verfügt, kann auch mal schauen, ob da nicht ein oder zwei dabei sind, bei denen der Satzbau noch eine Umstellung verträgt:

>Nicht schmälern wollt' ich Euer Wissen, wohl aber es erweitern.<



Allerdings sei dieses Mittel sparsam dosiert. Wenn solche verquasten Sätze in all zu großer Zahl flüssig vom Munde gehen, fällt schnell auf, daß die eigentliche Umgangssprache wesentlich schlichter gestaltet ist. Wer nur einen solchen Satz abbekommt, ist mit Verstehen beschäftigt genug, um auf diesen Gedanken noch nicht zu verfallen.

10.2. Wortschwall

Manchmal macht's auch die Masse. Ab einem gewissen Umfang gewinnen einstudierte langatmige Standardsätze bei etwas umständlicher Ausdrucksweise und etwas zu schneller Aussprache deutlich an Überzeugungskraft und erwecken den Eindruck geläufiger Alltagssprache. Nämlich genau dann, wenn das geneigte Publikum kaum noch folgen kann. Solange der Sermon mit Überzeugung vorgetragen wird und genügend seltsame Worte enthält, ist der sprachliche Wasserfall ein probates Mittel, sich „mittelalterlich" zu geben, ohne all zu große Widerreden oder Herausforderungen befürchten zu müssen

Zwar ist dieses Stilmittel wirklich erst für Fortgeschrittene zu empfehlen, die nötigenfalls noch etwas „nachschütten" können, ohne sich zu wiederholen. (Anfänger geraten einfach zu schnell und leicht ins Stocken.) Zur Erprobung einer bereits gefundenen eigenen Ausdrucksform jedoch sei es mindestens zum einmaligen Gebrauch dringend angeraten. Es macht einfach einen Heidenspaß, einen gewaltiges Füllhorn an Worten und Sätzen zu ergießen und die begossene Sprachlosigkeit des Gegenüber zu genießen: Äh... Ja. Außerdem ist's gut für's Selbstbewußtsein.


Und hier noch einmal eine etwas kürzere Fassung unseres „Spickerls":






Ihr
zen

„e" den Verben

Englisch

Altbackenes

Latein!

Genitiv

Konjunktiv

Aus Neu mach´ Alt

Geschraubte Sätze

Satz-Umstellung

Wortschwall



Was man jetzt noch tun müsste, wäre: Üben, üben, üben! Dies hier ist nur die Theorie und auf folgenden Seiten werde ich noch ein wenig Vokabular hinterlegen.

Es muss jedoch gewarnt werde, dass man die mittelalterliche Sprache nicht von heute auf morgen erlernen kann und dazu wird auch ein wenig Geschick in punkto Sprache gefordert sein. Nur, weil ihr jetzt diese Blätter gelesen habt, wisst ihr nicht alles über die Sprache. Das hier ist nur ein kleiner „Crashkurs". Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, stöbert im Internet oder fragt in Büchereien o. Ä. nach.

Einige interessante Seiten, die ich empfehlen kann (und woher auch das Meiste des Materials her habe), wären:

www.mittelalter-netz.de

www.mittelalterhandel.de

3. Auf das Maul geschaut:


Hier wären einige der „wichtigeren Vokabeln", die jeder auf einem Mittelaltermarkt kennen sollte:

Hallo, guten Tag - Gott zum Gruße / Seid gegrüßt

Auf Wiedersehen - Gehabt Euch wohl

Herr - Edler Recke / Werter Herr

Frau - Edle Dame / Edle Jungfrau / Wertes Fräulein / mein Kind

Danke - So seid bedankt / Habet Dank

Gestern - Am gestrigen Tag

Morgen - Am morgigen Tag

Übermorgen - Dero in zwei Tagen

Papier - Pergamentum

Steak - Köstlich Fleischlappen

Wurst - In Darm gepresstes Fleisch

Ein Glas Bier - Einen Humpen von Gerstensaft


Und hier nun etwas „spezielleres" Vokabular oder Tipps. Man muss um Himmels Willen nicht alles davon aktiv können, macht allerdings großen Eindruck.

Zum Anlocken von Besuchern an den Stand/ an das Geschehen o. Ä:
- Seid mir willkommen, Gevatterin!
- Es ist mir eine Freude, Euch hier zu erblicken.
- Wie können meine bescheidenen Fähigkeit Euch zu Nutzen sein?
- Tretet nur ruhig ganz nahe heran. Betrachten kostet Euch hier nichts.
- Seid willkommen, tretet ein. Darf ich Euch zu Hilfe sein.
- So kommet näher, edle Dame, auf daß ihr auch die Feinheiten meiner Ware in Augenschein nehmen könnt. So fern wie ihr steht, könnten euch sonst die Augen aus dem Kopfe.

Verfeinerung der Anrede:
Dame: -edle Dame
-reizende Jungfer
-liebreizende Maid
-holde Frowelein
-stolze Frohwe
-greise Muhme/Gevatterin
-schändlich Lästerweib/ Schandweib/ Metze (Ehebrecherin)

Herr: edler Herr
werter Gevatter
hehrer Recke
stolzer Bub (bei Jungen)
kühner

sonderbarer Gesell
tumber Tor
nichtsnutziger Schalk


__________________________________________________________________________


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Regeln der Mittelaltersprache
BeitragVerfasst: 24. Aug 2011, 19:46 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 06.2011
Beiträge: 129
Geschlecht: weiblich
;) ;) ;) Lexikon des Grobmittelalters ;) ;) ;)

• Archäologie Wissenschaft die sich mit verzerren des mittelalterlichen Bildes befasst. Zeichnet sich durch die völlige Ignoranz des Möglichen aus.

• Archäologie, experimentelle Gerne genutzte Möglichkeit vieler Mittelalter Gruppen die Lücken im Wissen zu schließen. Kann auch übersetzt werden mit: Ich Tütel rum und wenn es funktioniert und nicht auseinander fällt wird es das wohl gegeben haben.

• Armer Ritter Doppeldeutiger Begriff Zum einen kohlehydrathaltiges Nahrungsmittel, auch gerne im Lager zu sich genommen. Zum anderen verarmter Adeliger, welcher sich keine standesgemäße Ausrüstung kaufen kann und deshalb meist auf Kettenhemd und Gambeson verzichten muss. Oft zweiter oder dritter Sohn eines Ritters der ohne Aussicht auf ein Erbe seinen Lebensunterhalt als Söldner bestreitet.

• Authentikpapst Mensch der offensichtlich recht viel zum Mittelalter zu sagen hat. Er zeichnet sich meist durch eine hohe fachliche und sozial niedrige Kompetenz aus. Er kann auch als Spaßbremse bezeichnet werden. Werden auch als A-Papst bezeichnet. Trotz allem sehr oft Personen, welche gerne mit Rat zur Verfügung stehen. Sind für eine Tasse Kaffee immer zu einem Monolog bereit.

• Authentisch Modewort bei diversen Veranstaltungen. Heißt eigentlich sinngemäß genauso wie damals. Da das wieder nicht möglich ist, eigentlich ein Paradox. Folglich ist jeder der sich authentisch nennt, nicht ganz korrekt.

• Badezuber Hölzernes Gefäß recht zweifelhafter Bauart. Wird von mittelalterlichen Darstellern beiderlei Geschlechtes zur Körperhygiene genutzt. Entgegen allem besseren Wissen wird sich hier gewaschen und getummelt und auch oft Met und Bier zu sich genommen.

• Baumwolle Mit ca. 46% des Weltfaserverbrauchs ist die Baumwolle mit Abstand die wichtigste Faserpflanze der Erde. Indien und Peru gelten als die Heimat der Baumwolle. Galt im 14. Jhdt. in Deutschland noch als Luxusfaser, weil die Trennung der Faser vom Samen manuell erfolgte. Im moderne Mittelalter der Standartstoff für allerlei Gewandung. Gerne von den unteren Bevölkerungsschichten verwendet, da die Baumwolle so schön billig ist.

• Beinlinge Unschönes Kleidungsstück das ein echter Krieger kategorisch ablehnt zu tragen. Werden aus Wolle gefertigt und geben den Beinen des Trägers ein neckisches Aussehen. Können leicht durch Leggins ersetzt werden. Träger von Beinligen werden häufig auch als „Helden in Strumpfhosen“ bezeichnet.

• Bidenhänder Sehr sehr langes Landsknechtsschwert. Wird in der Schlacht verwendet um Breschen zu schlagen. Auch von diversen Rittern geführt. Es gilt, die Länge des Schwertes steht expotentiell gegen die Männlichkeit des Trägers. Kann bei Ignoranz der historischen Tatsachen durch alle Zeitalter verwendet werden.

• Birkenstock Von niederen Ständen bevorzugtes Schuhwerk. In späterer Darstellungsepoche auch die Standardfußbekleidung der Landsknechte. Nicht zu verwechseln mit Kampfstock.

• Blumentopf Krug ähnliches Gefäß. Wird von Hausfrauen für diverse floristische Einlagen verwendet. Sitzritter verwenden dieses unabdingbare und urige Accessoire meist als heilige Gral oder auch als Trinkbecher.

• Blutbad Form der Körperpflege welche oft von Vampiren gepflegt wird. Soll eine geschmeidige Haut machen. Wird gerne als Synonym für das Ende eines Schaukampfes, Freischlacht etc. verwendet.

• Brauchtumspflege Zwingendes Attribut dem sich jede Marktmittelalterritterdengelgruppe verschreiben muss um in den Genuss von EU-Fördergeldern zu kommen. Geht für gewöhnlich nicht über das Grölen von Trinkliedern hinaus.

• Braveheart Wörtl. Tapferes Herz Film mit Mel Gibson, zeigt einen tiefen Einblick in die Grobmittelalterliche Geschichte. Bester Nachweis für den sogenannten Schottenrock. Es wird korrekt dargestellt, dass Schotten im Kampf blaue Gesichter tragen.

• Bruche Windelähnliche Unterkleidung. Wird für gewöhnlich zu Beinlingen getragen. Verleiht dem Träger die Würde eines trunkenen Storches. Ist aber für das Hochmittelalter korrekt und sollte auch getragen werden. Gilt trotz allem als weibisch und wird von echten Männern nicht verwendet.

• Buch Erschreckendes Gebilde aus Papier und Buchstaben. Dient häufig Historikern als Wissensquelle. Verursacht aber entgegen landläufiger Meinung keine Pusteln und keine Krankheiten.

• Bundeswehrstiefel Mehr oder weniger korrekte Fußbekleidung für Anfänger des Mittelalterhobbys. Zeichnen sich durch eine nicht wendegenähte Fertigungsweise aus, werden oft mit Fellapplikationen getragen und sind so durch alle Zeitalter universell verwendbar.

• Bundschuhe Praktische Fußbekleidung, die von mittelalterlichen Darstellern getragen wird. Zeichnet sich durch einfach Herstellung aus und ist somit in allen Zeitaltern zuhause. Über die Korrektheit lässt sich streiten, aber für das arme Volk immer wieder gerne genommen.

• Burgfreullein Oft auch Holde Maid, edle Dame genannt. Ist in vielen Fällen die Ehefrau oder Geliebte eines Ritters, bzw. Recken. Trägt spitze Hüte und arbeitet nicht. Fällt im Lager dadurch negativ auf, da hier eindeutig die Bewaffnung fehlt.

• Christbaum Christlicher Traditionsgegenstand zu Weihnachten. Im Hobby werden als Christbäume solche Darsteller bezeichnet die durch christbaumartiges Behängen mit allerlei Plunder auffallen. Brotzeitmesser, Korkenzieher, Suppenlöffel, Bierbecher…..

• Corvus Corax Oder auch die krächzenden Raben. Produzieren laute hämmernde Musik ähnlich einem Techno-Konzert. Corvus Corax wird meist von einem Zug kreischender weiblicher Fans begleitet, die durch Ihren auffallenden Hang zum schwarzen auf sich aufmerksam machen.

• Ebay Internetauktionshaus bei dem man sich auf einfachsten Weg eine korrekte Mittelalterausstattung zulegen kann. Gerüchte das hier meist nur ausgesonderte, weil unkorrekte Ware angeboten wird, sind ins Reich der Phantasie zu verweisen.

• Experimentelle Archäologie Mehr oder weniger hilfloses handwerkliches herumtüdeln vieler Mittelaltergruppen. Es sind oftmals Versuche die bar jeder Sinnhaftigkeit sind. Werden auch durch pseudowissenschaftliche Ausarbeitungen nicht besser. Eigentlich heißt es in freier Übersetzung: „Rumprobieren wie etwas funktionieren könnte. Wenn es nicht auseinander fällt gab es das Ding im Mittelalter.“ br>

• Extremo, In Recht harte Band, wollen mittelalterliche Musik auf moderne Instrumenten machen.

• Feuer Oxidationsprozess der unter hohen Temperaturen abläuft. Der Unfallgefahr wegen werden auf Veranstaltungen fast ausschließlich täuschend echt aussehende Lagerfeueratrappen verwendet die aber manchmal von findigen Zeitgenossen als solche entlarvt werden.

• Feuerfleisch Nicht genauer definierbarer Proteinbatzen der außen aus einem festen Stück Kohle bestehen muss und im Inneren noch möglichst blutig sein sollte.

• Flammenschwert Auch Flambert genannt. Großes langes und sehr schweres Schwert. Hat den Namen von seiner ungewöhnlichen Form. Ist im Zusammenhang mit betrunkenen Landsknechten zu sehen. (Siehe hierzu auch Gedengel) br>

• Flokati Im früheren Leben meist Omas alter Bettvorleger, heute der Umhang eines stolzen Kriegers. Stolz als Wolfspelz verklärt.

• Freischlacht Geselliges Treiben das eine eigene Dynamik entwickeln kann. Hier wirken auch immer wieder gerne Akteure mit, die im Real Life Wehrdienstverweigerer sind und es ablehnen einen anderen Menschen totzuschießen oder zu verletzten und Militarismus sowieso in jeder Form kategorisch ablehnen.

• Gambeson Kleidungsstück, mittels dessen der Träger sich vor Schlägen schützte. Wird zusätzlich durch ein Kettenhemd bewehrt. Der Gambeson ist dick gepolstert und kann auch als Wintermantel dienen.

• Gedengel Auch eindreschen, kämpfen oder prügeln genannt. Wird meist von Rittern oder Recken ausgeführt und endet oft in einem nicht geplanten Blutbad./td>

• Getreidebrei Diente im echten Mittelalter wohl nur als Schweinefutter, da ja im Mittelalter, wie jeder wusste, nur Fleisch, am liebsten Schwein direkt vom Spieß, konsumiert wurde./td>

• Goldrandtaler Euro

• Handgeklapper Marktsprech, beschreibt eine zwanghafte Handlung des Touri Vulgaris bei publikumswirksamen Aktionen von Rittern und Gauklern. Wird erzeugt durch das rhythmische Zusammenschlagen beider Hände, ist stark abhängig vom Alkoholkonsum des Publikums.

• Hellebarde Langstielige Axt. Gerne von den Eidgenossen eingesetzt. Eignet sich sehr gut um bei einem Gegner höflich nach dem werten Befinden zu fragen. Leider keine ritterliche Waffe und deshalb selten benutzt.

• Hexe Rothaariges hübsches oder hässliches Weib. Wäre im Mittelalter vermutlich schnell auf einem Scheiterhaufen gelandet. Wird im modernen Mittelalter meist oft in Begeleitung von Mönchen und Rittern gesehen. Fast schon nicht mehr aus dem modernen Mittelalter wegzudenken. Heute sind Hexe ohne Make Up meist hübscher als mit.

• Highlander Ursprünglich Bewohner des schottischen Hochlandes. Tragen Kilt und immer etwas darunter. Highlander vor allem in den deutschen Tiefebenen zu finden.

• Hörnerhelm Wikingertypische Kopftracht. Wird meist im Zusammenhang mit einer Schlacht getragen. Soll den Schädel des Trägers vor Schlägen schützen. Da bei Hörnerhelmträgern alles zu spät ist, zeichnen sich diese Helme auch oft nur durch eine schlechte Schutzwirkung aus.

• Hunnen Mittelalterliche Hooligans, die ähnlich englischen Fußballfans raubend und brandschatzend durch Europa zogen. (Siehe auch Jurte)

• HWT Hinterweidental, Ort der Zusammenkunft für sogenannte Authentikpäpste aus dem Spätmittelalter.br>

• Jurte Zelt aus dem asiatischen Kulturraum. Kam in Europa nur sehr kurze Zeit vor und belästigt heute durch den nicht passenden Anblick auf Mittelaltermärkten. Aber MERKE authentische Jurtenbesitzer würden nicht nur durch Ihren Anblick belästigen. (Siehe auch Hunnen)

• Kampfstab Universeller Gebetsprügel des mittelalterlichen Klerus. Moderne Mönche sind ähnlich der Shaolin immer wieder gerne zu Streitigkeiten bereit und setzten Ihre Kampfstab dabei gerne ein.

• Karfunkel Szenemagazin das sich in letzter Zeit immer häufiger das Mäntelchen der Seriösität umhängt.

• Kartoffel Grundstoff für die mittelalterliche Küche. Dass die Kartoffel aus Amerika stammt wird dabei ignoriert. Sie kann aber trotzdem im Mittelalter genossen werden, siehe hierzu auch Wikingerstuhl.

• Kilt Kleidungsstück einer kleinen Minderheit im Mittelalter, Träger dieses Kleidungsstückes holen sich meist leicht eine Blasenentzündung und tragen Ihre Schwerter auf dem Rücken.

• Klerus Bestand im Mittelalter ausschließlich aus so genannten „Lotterpfaffen“ die übermäßig dem Met und den Weibern zugetan waren und den Glauben mit Hilfe ihres „Kampfstabes“ unter das Volk brachten. Es ist allgemein bekannt, dass der Klerus immer einen Thors Hammer unter der Kutte trug.

• Kopfhaube Auch Deppenkäppi genannt. Leinene oder seidene Kopfbedeckung, welche durch viele Zeitalter getragen wurde. Wird meist von Authentikpäpsten getragen, welche sich damit der Lächerlichkeit preisgeben.

• Kreativität Adäquates Mittel um Lücken in der Forschung zu schließen.

• Landhausmode Kleidungsstil, der von Damen im mittleren Alter genutzt wird. Hat aber trotzdem nichts, aber auch gar nichts mit Mittelalter zu tun.

• Landsknecht, neuzeitlich Rohe Gestalt mit allerlei zivilen und militärischem Trödel am Gürtel. Trägt sehr häufig zerfetzte Kleidung und zeichnet sich durch einen großen Bart aus. Oftmals betrunken und immer zu Gedengel aufgelegt. Fußbekleidung fast ausschließlich Bundschuhe und Birkenstock.

• LARP Live Act Role Play von vielen mittelalterlichen verächtlich als Live verspottet. Aber Tatsache ist, dass viele Liver besser gekleidet sind als der durchschnittliche Sitzritter.

• Leder Äußerst günstiger Rohstoff im Mittelalter und aufgrund seiner problemlosen Verfügbarkeit Hauptbestandteil der Bekleidung der einfachen Bevölkerung. Kann gekocht auch zum Bau von Harnischen verwendet werden.

• Living History Wörtl. lebendige Geschichte Da wir diese nie wieder lebendig machen können ein Paradoxon. Wird oft von sogenannten Authentikpäpsten verwendet um sich von der Masse abzuheben.

• Maid Auch Burgfrollein genannt. Immer wieder gerne mit mehr oder weniger unverschämten Minnenlieder zugesungen. Zum Ende eines Marktes meist recht genervt und mit Vorsicht zu genießen.

• Marktsprech Krampfhafter Versuch einiger Sitzritter und Händler ein mittelalterliches Bild aufzubauen. Verwendet oft bunte Bilder und blumige Sprache als Begriffe. Nicht zu verwechseln mit Mittelhochdeutsch.

• Met Alkoholisches Getränk aus Honig. Meist von Barbarenvölkern in sehr großen Mengen konsumiert. Wird heute oft durch Bier ersetzt, welches erheblich billiger ist.

• Mittelaltermarkt Annsammlung mehr oder weniger mittelalterlich gekleideter Menschen. Wird meist als geselliges Beisammensein gesehen. Oftmals besucht von Schotten, Rittern und böhmischen fliegenden Händlern.

• Mongolen Siehe Hunnen

• Nesteln Angeblich authentischer Verschluss von Kleidungsstücken, wird in der Regel aber nur von A-Päpsten und anderen klein karierten Korinthenkackern verwendet denen das Augenmaß für die wesentlichen Dinge fehlt.

• Ochsenkarren Einzig anerkanntes Transportmittel von und zu einer Veranstaltung für den ernsthaften, authentischen Mittelalterdarsteller. Da aber bisher noch kein einziger Ochsenkarren auf einer Veranstaltung gesichtet wurde, muss wohl die Existenz ernsthafter Darsteller ebenfalls verneint werden.

• Odin Skandinavische vorchristliche Gottheit. Wird von Mönchen und Rittern als Herr des Kampfes angesehen. Merke: Ein solches Verhalten im Mittelalter würde meist den Bischof auf den Plan rufen.

• Pannesamt Exklusive Stoffvariante, die in der Zivilkleidung von Ritter und Burgfreullein sehr oft vorkommt. Ist nicht ganz authentisch, ist aber deutlich billiger und einfacher in der Beschaffung als zum Beispiel Wollsamt. Kann auch gut als Tischdecke verwendet werden.

• Primärquelle Kinofilme wie Braveheart, der 1. Ritter, der 13. Krieger, der Herr der Ringe….

• Piratenhemd Aus Baumwollgewebe hergestelltes Kleidungsstück mit dem man, neben Springerstiefel und Schnürlederjeans, auf das Beste ausgerüstet ist.

• Piratenhemd Modisches Outfit im Retrostil, welches gerne von Anfängern getragen wird. Siehe auch Schnürlederhose

• Recke Tapferer Junggeselle. Auf Märkten immer auf der Suche nach einer holden Maid. Zeigt sich betont männlich und versucht Maiden zu beeindrucken. Gibt vor der hohen Minne zu frönen. Gäbe sich aber auch mit der niederen zufrieden.

• Reenactment Begriff der möglichst inflationär im eigenen Internetauftritt zu verwenden ist um seinem Tun die nötige Seriosität zu verleihen.

• Ritter Professioneller Kämpfer. Nach allgemeiner Meinung ein Raubein, das weder Tot noch Teufel fürchtet. Der moderne Ritter zeichnet sich aus durch Rüpelhaftes benehmen gegenüber Klerus und Weiblichkeit. Da diesem auch oft Sporen und Streitross gestohlen wurden nicht wirklich ernst zu nehmen.

• Ritterschmaus Meist kartoffelhaltiger Pamps der in Fressbuden in Zusammenhang mit Ritterwurst und Feuerfleisch angeboten wird und im Normalfall jeden Nahrungsmittelkontrolleur vom Gesundheitsamt auf den Plan rufen sollte.

• Römersandale Im Aufbau und Form sehr ähnlich dem Birkenstock. Aber eigentlich eher eine Beinkleidung der römischen Legionäre und deshalb meist im Mittelalter nicht getragen.


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker