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 Betreff des Beitrags: Mittelalterliche Musik und Instrumente
BeitragVerfasst: 11. Jul 2011, 19:03 
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 Betreff des Beitrags: Re: Mittelalterliche Musik und Instrumente
BeitragVerfasst: 11. Jul 2011, 19:06 
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Die Bodhran - Trommel





Eine Bodhrán ist eine irische Rahmentrommel.
Ihr Durchmesser reicht von 20 cm bei sehr kleinen Exemplaren bis hin zu 50 cm
bei sehr großen Exemplaren. Der Rahmen ist mit einem Fell (oft Ziegenfell) bespannt
und bei Bedarf mit einem Kreuz verstärkt. Für die Spieler ist das Spielen mit oder
ohne Kreuz eine Geschmacksfrage. Ursprünglich sollte das Kreuz die Stabilität der
Trommel erhöhen, da der Rahmen möglicherweise unter der Fellspannung nachgeben
könnte. Eine „gute“ Bodhrán benötigt also das Kreuz nicht unbedingt. Moderne
Bodhráns besitzen ein mechanisches Stimmsystem, mit welchem es dem Spieler möglich
gemacht wird, entweder einen eher dumpfen, bassigen Klang (lockeres Fell) oder
einen helleren Klang (gespanntes Fell) zu erzeugen.


Geschichte


Die Herkunft des Namens „Bodhrán“, sowie deren Geschichte lässt sich inzwischen
besser rekonstruieren als noch vor wenigen Jahren, auch wenn noch nicht alle
Fragen beantwortet sind. Der Name stammt vom irischen Wort bodhar ab. Das Wort
"bodhran" taucht erstmals in einer Schrift aus dem 15. Jahrhundert mit der
Bedeutung "Trommel" auf. Auch auf Abbildungen aus früheren Jahrhunderten ist eine
Rahmentrommel zu sehen. Ein Ursprung aus dem Wort Schellentrommel „Tambourine“
ist unwahrscheinlich.

Die Rahmentrommeln können auf frühen Handelswegen nach Irland gekommen sein.
Rahmentrommel sind weltweit vertreten und haben sich eventuell aus Sieben
entwickelt, wie sie in frühzeitlicher Landwirtschaft eingesetzt wurden. Bereits
in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es Bodhranspieler und
Bodhranhersteller, die professionell Trommeln gebaut haben. Die Popularität der
Bodhrán steigt seit den 1950ern und 1960ern durch Bands wie The Chieftains,
Planxty und Stockton’s Wing stetig an. Trotz ihrer irischen Herkunft erfreut sich
die Bodhrán in Bezug auf keltische Musik besonders in Schottland und Neufundland
wachsender Popularität.


Spieltechniken


Normalerweise wird die Bodhrán im Sitzen gespielt, wobei sie auf dem Oberschenkel
des Spielers steht. Der Rechtshänder berührt mit seiner linken Hand die Innenseite
des Fells und kann so durch Druck und verschiedene Handpositionen die Tonhöhe
variieren oder Dämpfungseffekte erzielen. Mit der rechten Hand wird die Bodhrán
mit einem Holzschlägel, dem „Tipper“, „Beater“, oder „Stick“, gespielt.
Bodhrán, Kerry-Style

Man unterscheidet bei den Schlägen zwischen „Upstroke“ und „Downstroke“
also „Aufschlag“ und „Abschlag“. Der Tipper wird in einer rotierenden Bewegung
über das Fell bewegt; um „Verzierungen“ anzubringen, kann man auch einen
Doppelschlag ausführen, bei dem beim Downstroke auch der obere Teil des Tippers
das Fell berührt (Roll oder Triplet) und so den unverwechselbaren Klang der Bodhran
erzeugt.

Davon abgesehen variiert die Spielweise eines jeden Spielers im Detail ein wenig.
So spricht man zum Beispiel vom
* Kerry-Style, bei dem der Tipper zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger
(bzw. Daumen, Mittel- und Ringfinger) wie ein Stift gehalten wird. Außerdem
beschreibt dieser Stil eine sich etwas mehr auf bloßen Rhythmus konzentrierende
Spielweise als z. B. der

Bodhrán, Top-end-Style
* Top-end-Style. Dieser bezeichnet den Anschlagspunkt des Sticks, der bei diesem
Style nicht wie bei den anderen eher unten oder in der Mitte des Fells liegt,
sondern oben. Außerdem liegt hier eine fast vertikale Stickhaltung vor. Im
Allgemeinen ermöglicht dieser Stil eine melodiösere Spielweise mit einem hohen
Tonumfang.

Häufig kommen aber auch Mischformen der Techniken vor. Die Spieltechnik wirkt oft
für den Betrachter aufgrund der Geschwindigkeit der Bewegungen sehr kompliziert.


Berühmte Bodhránspieler


Johnny 'Ringo' McDonagh, Colm Murphy, Jim Sutherland, Tommy Hayes, Seamus O'Kane,
Mel Mercier, Junior Davey, Frank Torpey, Eamon Murray, John Joe Kelly, Svend Kjeldsen,
Caroline Corr, James McNally,Dave King.


Deutsche Bodhránspieler


Klaus Gehrmann, Esther Kuck, Guido Plüschke, Andreas Schneider, Thórralf Schuh,
Rolf Wagels, Stefan Klug


Bodhránbauer


Alfonso, Metloef (jeweils aus den USA), Charlie Byrne, Seamus O'Kane, Darius Bartlett,
Malachy Kearns (jeweils aus Irland), David Gormlie (Schottland),
Norbert Eckermann (Österreich), Brendan White (Holland),
Christian Hedwitschak (Deutschland), David Roman Drums (Deutschland).


Literatur


* Long Conor: Absolute Beginner's Bodhran Tutor. ISBN 1857200802.
* Michael O'Suilleabhain: The Bodhran: An Easy to Learn Method for the Complete
Beginner Showing the Different Regional Styles and Techniques. ISBN 078661594X.
* Lucy Randall: Goatwacker's Guide to Rhythm. Eigenvertrieb.
* Steafan Hannigan: Bodhrán Basics. 1996. ISBN 0-946005-87-7.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mittelalterliche Musik und Instrumente
BeitragVerfasst: 11. Jul 2011, 19:07 
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Die Cister



Die Cister (auch: Cyther, Bergmannszither, Halszither, Harzzither, Lutherzither,
Thüringer Zither, Waldzither, Zister, Zitter (mhd.)), (vom griechischen Kithara)
ist ein Zupfinstrument aus der Familie der Kastenhalslauten.


Geschichte und Bauform

Die Cister wurde zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert von der Laute abgeleitet.
Der Korpus der Cister kann tropfen- oder birnenförmig sein, oder auch einen Umriss
ähnlich einer Glocke besitzen. Er besitzt Zargen, die zum Hals hin schmäler werden,
sowie ein Schallloch. Die Bünde sind fest im Griffbrett eingelassen. Die Cister
besitzt metallene Doppelsaiten (Chöre) aus Stahl, Messing, Eisen oder gelegentlich
auch Silber. Es gibt Cistern in verschiedenen Stimmungen und Größen, von der Größe
einer Mandoline bis zur Größe eines Mandobasses. Die meist eher kleine Mensur sowie
die offene Stimmung führte dazu, dass die Cister in der Renaissancezeit als auch
von Anfängern einfach zu spielendes Volksinstrument große Verbreitung fand. Zur
Familie der Cistern gehören auch das Orpheoreon und die Pandora.


English guitar (englische Gitarre)

Eine bestimmte Art von Cistern trug ab ca. 1800 die Bezeichnung English guitar,
da besonders in England die Gitarre, die im Gegensatz zu heute - meistens sechs
oder mehr Einzelsaiten - damals fünf Chöre besaß, noch nicht so weit verbreitet war
wie heute, und die damaligen Bezeichnungen für Cister (cittern, cithern, cetra oder citra)
und Gitarre (gittern, guitar oder guittar) ab ca. 1750 synonym verwendet wurden.
Die Saiten wurden auch mit den Fingern gezupft wie eine Gitarre, und nicht mit
dem Plektrum angeschlagen, wie sonst bei der Cister. Der Namenszusatz English
entstand zwecks Unterscheidung von der Guitarra portuguesa.
Mechanik der Hamburger Waldzither, basierend auf der Preston's machine

Die English guitar hatte meist einen tropfenförmigen Korpus, und zwei Basssaiten
und vier Chöre in der offenen Stimmung c e gg c'c' e'e' g'g' (C-Dur). Seit
ca. 1760 besaß die English guitar eine so genannte Preston's machine, das war eine
Wirbelmechanik aus senkrechten Schrauben, die mit kleinen Haken verbunden waren,
die durch Schlitze im Kopf nach vorne ragten, und an denen die Saiten aufgehängt
waren. Mit einem speziellen Schlüssel konnte man hinten die vierkantigen Köpfe
der Schrauben drehen, und so die Saiten stimmen. Oftmals waren zwischen den ersten
drei oder vier Bünden Löcher ins Griffbrett eingebohrt, in welchen ein Kapodaster
befestigt werden konnte. Durch die einfache Handhabung, die offene Stimmung, und
die leichte Anwendbarkeit verschiedener Tonarten durch die Verwendung von Kapodastern
erlangte die English guitar sehr große Verbreitung in der gesellschaftlichen
Mittelschicht.


Nomenklatur

Im deutschen Sprachraum existieren verschiedene Namen für Cistern, die stets für
große Verwirrung sorgten und sorgen. Außer den weiter oben genannten Bezeichnungen
waren im Laufe der Geschichte noch die Begriffe Citer, Cithar, Citter, Cythar,
Cytthar, Sister, Siter, Wartburglaute, Ziethar, Ziter, Zithar, Zütter, und Zyther
in Verwendung. Der alte Name Zitter und alle Namen, die -zither enthalten, macht
die Verwechslung mit der Zither leicht möglich. Durch den besonders in der Schweiz
bekannten Namen Halszither (Zithern haben keinen Hals) wird eine klare Unterscheidung
ermöglicht. Der Begriff Lutherzither entstand offenbar im 19. Jahrhundert durch die
Annahme, dass Martin Luther ein "Meister der Cister" gewesen sein soll. Dafür gibt
es allerdings keine historischen Belege.


Spieltechnik und Stimmung

Die Chöre werden mit der rechten Hand mit einem Plektrum oder einem Federkiel
angeschlagen, die Linke Hand greift. Es gibt verschiedene Stimmungen bei Cistern,
meist trifft man auf offene Stimmungen wie: cc ee gg c'c' e'e' g'g' (sechschörig);
gelegentlich auch auf Mandolastimmungen. Während der Renaissance hatten Cistern
meist vier (e'e' d'd' gg hh) bis zu zehn Chöre, moderne Varianten haben in der Regel
fünf bis sechs. Ursprünglich wurde die Cister zur mittelalterlichen Bordunspielweise
verwendet, darauf deuten die so genannte italienische Stimmung (hh gg d'd' e'e') und
die französische Stimmung (aa gg d'd' e'e') bei vierchörigen Cistern des 16. Jahrhunderts
hin: Die Melodie wurde auf dem 4. oder 3. Chor gegriffen, dazu wurden als Bordun die
jeweils zwei nächstunteren Chöre leer angeschlagen. In der Renaissancezeit entwickelte
sich dann die polyphone Spielweise. Cistern können als reines Melodie-,
als Begleitinstrument, aber auch als polyphones Soloinstrument verwendet werden.


Cistern in heutiger Zeit


Waldzither

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde eine moderne Bauform der Cister, die Waldzither,
in Deutschland im Rahmen der Wandervogelbewegung wieder ein beliebtes Volksinstrument.
In den 1970er fand sie in der deutschen Folkmusik wieder mehr Verwendung, und seit den
1980er/1990er Jahren auch gelegentlich in der Musik der Mittelalterszene, zum Beispiel
von der Mittelalterrockgruppe In Extremo. Momentan wird sie von einigen Instrumentenbauern
hergestellt.
Die Waldzither hat meist vier Chöre und eine einzelne Bass-Saite. Sie besitzt die offene
C-Dur-Stimmung c gg c'c' e'e' g'g', somit bietet sich das Spiel in den Tonarten C-Dur,
G-Dur und F-Dur und den verwandten Molltonarten am ehesten an.


Portugiesische Gitarre

Die portugiesische Gitarre (guitarra portuguesa) ist eine in Portugal heutzutage weit
verbreitete eigenständige Weiterentwicklung der Renaissance-Cister und der English guitar.
Sie wurde durch ihre Verwendung beim Fado sehr populär, und besitzt die
Stimmungen a'a' g'g' d'd' aa' gg' cc' (Coimbra) oder b'b' a'a' e'e' bb' aa' dd' (Lisboa).


Verwandte Instrumente:

Orpheoreon, Pandora, Gitarre, Laute, Penorcon, Theorbe, Torban,Zither, Kithara


Literatur

* William Casey und Alfredo Colman (Hrsg.), Thomas Robinson, New Citharen Lessons
(1609), 1997 Baylor University Press, Waco, Texas, ISBN 0-918954-65-7
* John Playford, Musick's delight on the cithren, W.G. & J. Playford, The Temple,
London, 1666, OCLC 2353693
* Ferdinand Roese: Schule zur Erlernung der Lutherzither, Eigenverlag, Wismar i/M. 1896


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 Betreff des Beitrags: Re: Mittelalterliche Musik und Instrumente
BeitragVerfasst: 11. Jul 2011, 19:08 
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Die Davul - Trommel




Die Davul oder auch Dahol genannt und im osteuropäischen Raum auch Tupan
genannt, ist eine große Trommel, welche im gesamten orientalischen Raum
Verbreitung fand. Vor allem ist sie in der Volksmusik der Balkanvölker
verankert.

Sie hat einen flachen hölzernen Korpus, der mit zwei unterschiedlichen
Fellen bespannt ist. Sie zählt zur Familie der Rahmentrommeln.
Der Spieler trägt sie an einem Riemen über der linken Schulter.
Das höhere (rechte) Fell wird mit einer dünnen Gerte, das tiefere
(linke) mit einem massiven Schlägel geschlagen.

Die Davul wird häufig mit dem Doppelrohrblatt-Instrument Zurna zusammen
gespielt. Diese Kombination findet sich in vielen asiatischen Ländern.

Über die Janitscharenmusik gelangte sie als große Trommel in die
westliche Militär- und Orchestermusik. Bei der Erfindung des
Jazz-Schlagzeugs stand sie Vorbild für die Bass-Drum.

Heutzutage findet man die Davul aufgrund ihres durchdringenden
Klangs vermehrt auch in der Musik der Mittelalterszene.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mittelalterliche Musik
BeitragVerfasst: 11. Jul 2011, 19:09 
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Der Dudelsack / Die Sackpfeife




Die Sackpfeife oder der Dudelsack ist ein selbstklingendes
Unterbrechungs-Aerophon (Rohrblattinstrument), dessen Luftzufuhr aus einem
Luftsack über eine Windkapsel erfolgt. Sie wird von einem Sackpfeifer
(Dudelsackspieler) gespielt.


Aufbau

Das Instrument hat eine Spielpfeife (manche Typen auch mehrere),
mit der die Melodie gespielt wird und meist ein oder mehrere Bordunpfeifen
(auch Brummer), die je einen andauernden Ton spielen. Die Töne in den
Pfeifen werden durch je ein Rohrblatt (einfach oder doppelt) erzeugt.
Dieses wird aus der Schilfart „Arundo donax“, in neuerer Zeit auch aus
Kunststoff oder Metall hergestellt.

Die Luftzufuhr zu allen Pfeifen erfolgt aus einem Luftsack aus abgedichtetem
Leder oder Synthetik-Material, der vom Spieler durch einen Blasebalg oder mit
dem Mund durch ein Anblasrohr aufgeblasen wird. Der Luftvorrat im Sack
ermöglicht die Erzeugung eines vom Atem unabhängigen Dauertons und die
Aufrechterhaltung eines näherungsweise konstanten Luftdrucks. Sackpfeifen
mit konisch gebohrter Spielpfeife klingen recht laut. Sackpfeifen mit
zylindrisch gebohrter Spielpfeife sind deutlich leiser.


Besonderheiten

Sackpfeifen können nur in den durch die Borduntöne vorgegebenen Tonarten
gespielt werden. Häufig sind daher die Bordunpfeifen umschaltbar bzw.
auf andere Borduntöne umstimmbar. Die Spielpfeife ist häufig nicht voll
chromatisch und schränkt dadurch die Spielmöglichkeiten weiter ein.

Ein spezifisches Problem liegt darin, aufeinanderfolgendes Wiederholen
derselben Note von einem längeren Notenwert zu unterscheiden. Da eine
Sackpfeife keine Pausen kennt, muss hier ein anderer Ton kurz dazwischen
geschaltet werden.


Herkunft und Verbreitung

Gesichertes Wissen über die Sackpfeife vor der Zeit um 1000 gibt es nicht.
Einige Wissenschaftler vermuten, die Sackpfeife stamme aus der
Balkanhalbinsel/Kleinasien und habe ihren Ursprung bei den Thrakern.
In Übersetzungen eines Textes des römischen Historikers Sueton, der
überliefert, dass Kaiser Nero die tibia utricularis gespielt hat,
wird tibia utricularis als ein Rohrblattinstrument mit Ledersack übersetzt
und als Sackpfeife gedeutet. In der Bibel werden Sackpfeifen im Buch Daniel
erwähnt (Daniel Kapitel 3 Verse 5,7,10 und 15), und zwar im Zusammenhang
mit dem Babylonischen Reich.

Im Mittelalter verbreitete sich die Bordunmusik und damit auch die Sackpfeife
in ganz Europa und Teilen Asiens. Die ältesten Belege in Deutschland finden
sich in zwei Urkunden aus dem Kloster St. Blasien aus dem 8. oder 9. Jahrhundert.
Wasserspeier in Form eines Sackpfeifers, Claustro de San Juan de los Reyes, Toledo

Die mittelalterlichen Sackpfeifen sind nicht im Original überliefert,
aber durch viele Beispiele in der Kunst erschließbar. Bis ins 15. Jahrhundert
waren es überwiegend einbordunige, mundgeblasene Sackpfeifen.

Im Frankreich des 18. Jahrhunderts war die Sackpfeife in Form der Musette de Cour
wichtiges Instrument der höfischen Musik, viele Originalkompositionen für das
Instrument sind in dieser Zeit entstanden. In Schottland hat die Sackpfeife
eine besondere Tradition als Instrument am Hof. Im britischen „Disarming Act“
nach der Schlacht bei Culloden wurde die schottische Tradition großteils
untersagt. Dies betraf die Hochland-Kleidung, aber nicht die Sackpfeife selbst.
Die Sackpfeife lebte auch als Militärinstrument weiter und wird oft als
schottisches Nationalinstrument bezeichnet. Auch in Südosteuropa wird das
Instrument verbreitet gespielt, eine ungebrochene Tradition hat auch die
Zampognia in Süditalien.
Junge Gaiteros in Galicien

In Nordwestspanien sind in den lokalen Escuelas de Gaitas, Musikschulen mit
Sackpfeifenunterricht, zehntausende Sackpfeifenschüler registriert.

In der tschechischen Volksmusik steht der Böhmische Bock in ungebrochener
Tradition. Auch in Deutschland und Österreich gewinnt die Sackpfeife durch
zahlreiche mittelalterliche / schottische Feste und Märkte wieder an
Bedeutung. Besonders die Great Highland Bagpipe findet in Deutschland
wie auch in anderen Ländern in jüngerer Zeit viele Anhänger.


Arten

Dudelsackspieler im albanischen Elbasan

Sackpfeifen, die heute in der traditionellen Musik, in der Alten Musik
und im Folk verwendet werden, sind unter anderem:

* Schäferpfeife, Praetorius-Bock, Hümmelchen, Dudey und Marktsackpfeife
(Deutschland)
* Askomantoura (Kreta, Griechenland)
* Binioù kozh (Bretagne)
* Cimpoi (Rumänien)
* Cornemuse du Centre, Musette Bechonnet, Cornemuse Bourbonnaise
(Region Centre in Frankreich)
* Pijpzak/Doedelzak (Flandern und die Niederlande)
* Parkapzuk (Armenien)
* Cabrette (Auvergne in Frankreich)
* Chabrette (Limousin in Frankreich)
* Veuze (Poitou in Frankreich)
* Musette de Cour (Frankreich)
* Mizwed (Tunesien)
* Baghèt (lmo:) (Norditalien)
* Piva (Italien)
* Zampogna (Süditalien)
* Bock
* Dudy, Kozio?, Koza (Polen)
* Kozo (in Es) - großer sorbischer Bock, Me(chawa (in F) -
sog. kleiner sorbischer Dudelsack, Me(chawka (in A, Am) -
sog. Dreibrümmchen
* Dudy, Gajdy (Böhmen, Mähren - Tschechien)
* Torupill (Estland)
* Dudas (Lettland)
* Duda (Weißrussland)
* Kaba Gajda (Bulgarien)
* Kaba Gainta und Tzampouna (Griechenland)
* Guda, Tulum (türkische Provinzen Rize und Artvin)
* Tschiboni (georgische Provinz Adscharien)
* Gudastviri (Ost-Georgien)
* Gaita (Spanische Provinzen Galicia und Asturias)
* Northumbrian Smallpipe (Norden Englands)
* Säckpipa (Schweden)
* Sackpfiff, Sackpfyf oder Sackphiffen (Schweiz)
* Uilleann Pipes (Irland)
* Great Highland Bagpipes, Scottish Smallpipe, Border Pipe (Schottland)
* Tibhae, Pibacwd (Wales)
* Gajde, in Slawonien, der Vojvodina und in Serbien, Makedonien und Albanien
(südmoravisch-makedonischer Typ)
* Pwyannwn und Gwenloitheg (Kornwales)

Es gibt europaweit nach Schätzungen von Experten heute etwa 180 verschiedene
regionale Sackpfeifenformen.

Mittlerweile sind auch elektrische Sackpfeifen (E-Pipe), die Midi-gesteuert
an einen Verstärker bzw. an einen Computer angeschlossen werden können,
auf dem Markt. Erfinder war der asturische Musiker José Ángel Hevia zusammen
mit dem Computerprogrammierer Alberto Arias und dem Techniker Miguel Dopico.

Weitere Windkapselinstrumente sind Krummhorn, Platerspiel, Rauschpfeife
und auch der als Übungsgerät für die Great Highland Bagpipe verwendete
Practice Chanter.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mittelalterliche Musik
BeitragVerfasst: 11. Jul 2011, 19:11 
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Die Drehleier





Die Drehleier (auch: Radleier) ist ein Streichinstrument, bei dem die Saiten
von einem eingebauten Rad angestrichen werden,
das mittels einer Kurbel
gedreht wird. Die schwingende Länge einer oder mehrerer Melodiesaiten
wird mechanisch über Tasten verkürzt, um die Tonhöhe zu verändern.

Meist klingen eine oder mehrere Bordunsaiten auf konstanter Tonhöhe mit.
Die Drehleier wird daher wie die Sackpfeife zu den Borduninstrumenten
gezählt. Zum Erzeugen von rhythmischen Schnarrlauten dient oft ein
Schnarrsteg.

Die in Museen erhaltenen böhmischen Instrumente haben keine Bordunsaiten,
die traditionellen Instrumente aus Galizien (in Nordwestspanien) keinen
Schnarrsteg.

Die Drehleier wird unter anderem in der traditionellen Musik, der
Alten Musik, im Jazz, Industrial, in der Rockmusik und in der
Neuen Musik verwendet.


Mechanismus der Verkürzung der Melodie-Saiten,
Drehleier mit Spänekorpus, J. Grandchamps, 1980

Jede Taste sitzt auf einer Schiebe-Stange mit rechteckigem Querschnitt.
Die Schiebe-Stangen werden durch entsprechende Löcher quer durch zwei
parallele Brettchen (Tangenten-Kasten genannt) geführt. Diese Brettchen
sind so am Instrument befestigt, dass die Melodie-Saiten parallel
zwischen ihnen verlaufen und damit die Schiebe-Stangen quer zu den
Melodie-Saiten.
Auf den Schiebe-Stangen ist für jede Melodie-Saite ein "Bund" befestigt.
Beim Drücken einer Taste werden die entsprechenden "Bünde" gegen die
Melodie-Saiten gedrückt und dadurch die schwingende Länge aller Saiten
zugleich verkürzt. Die "Bünde" einer Drehleier werden auch als Tangenten
bezeichnet, weil sie die Saiten "tangieren"(berühren), oder als "Fähnchen",
wegen ihrer traditionellen Form.

Das Zurückfallen der Tasten in die Ausgangsstellung erfolgt durch die Schwerkraft.
Die "Bünde" sind zum exakten Stimmen meist beweglich.

Gelegentlich finden sich von diesem Grundmodell abweichende
Mechanismen, bei denen etwa das Zurückfallen der Tasten durch
Federkraft erreicht wird, auch gibt es einen Mechanismus bei
dem die "Bünde" auf rotierenden Scheiben befestigt sind.


Bauformen

Durch die Zeiten und Regionen findet sich eine große Vielfalt an Bauformen.
Eine allgemeine Standardisierung ist nicht feststellbar,
jedoch lassen sich einige Typen eingrenzen.


Alto-Drehleier

Dieses moderne Instrument wurde seit den Achtzigerjahren nach den
Bedürfnissen von Drehleierspielern entwickelt, die die Drehleier
in modernem musikalischem Kontext verwenden. Das besondere Augenmerk
liegt dabei auf der Erweiterung der klanglichen Vielfalt.
Bekannte Musiker, die besonders an der Entwicklung dieser
Instrumente mitgewirkt haben, sind Valentin Clastrier,
Gilles Chabenat und Matthias Loibner.

Die Bezeichnung leitet sich vom erweiterten Tonumfang
dieser Instrumente her, von „Alto“ (französisch für Bratsche).
Diese Instrumente haben meist einen tieferen Klang, insgesamt
mehr Tonumfang der Tastatur, bis zu drei Oktaven,
mehr Saiten – bis zu 27, unter Verwendung der verschiedenen
Saiten dann bis zu viereinhalb Oktaven Tonumfang,
eingebaute Vorverstärkersysteme.

Wichtige Instrumentenbauer für die Entwicklung dieses
Typs sind Denis Siorat, Robert Mandel, Philippe Mousnier
und Wolfgang Weichselbaumer.


Bauformen aus Frankreich

Drehleier mit Korpus in Gitarrenform von Pierre Louvet,
Paris 18. Jahrhundert Drehleier mit Spänekorpus, Pajot (Père),
Jenzat 1859

Für die Drehleier, franz.Vielle à Roue (wörtlich Rad-Fidel),
gibt es heute in Frankreich eine starke Tradition,
insbesondere in der Region Centre. Seine Form mit einem Korpus
aus Spänen, ähnlich der Laute, erhielt dieses Instrument von
höfischen Instrumentenbauern zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts.
Als namentlich bekannte Instrumentenbauer dieser Periode,
welche diese feiner klingenden Instrumente bauten, sind
Henri Bâton aus Versailles, die aus der Normandie stammenden
Brüder Pierre Louvet (* 1709, † 1784) und Jean Louvet (* 1718, † 1793)
sowie Jean-Nicolas Lambert (* 1708 in Épinal, † 1759 in Paris)
und Nicolas Colson, (* 1785 in Mirecourt) zu nennen.
Neben den Instrumenten mit Spänekorpus wurden auch Instrumente
mit gitarren-förmigem Korpus gebaut.

Im neunzehnten Jahrhundert passte sich das Instrument mehr und
mehr dem Gebrauch in der dörflichen Musik an und wurde robuster.
Die Instrumente aus dieser Zeit, etwa von Pimpard oder Pajot aus
Jenzat in der Auvergne gleichen den heute gebauten. Für die
Bretagne bauten die Instrumentenbauer aus dem Centre Drehleiern
mit einem größeren taillierten Zargen-Korpus.


Bauformen aus Ungarn

zwei Tekerõlant, Bela Szerenyi, Budapest, Ende des 20. Jahrhunderts
Die Drehleier, auf Ungarisch „Tekero"lant“[1] (oder Tekero"),
hat einen großen taillierten Zargen-Korpus und die Besonderheit,
dass Melodie-, Schnarr- und Bordunsaiten innerhalb des
Tangentenkastens, der die Tastatur aufnimmt, verlaufen.
Dieses Instrument hat ein Schnarrsystem, das anders als bei den
französischen Instrumenten mit einem Keil justiert wird.

Ein Charakteristikum der ungarischen Drehleier ist das im
Verhältnis zu den französischen Instrumenten kleinere Rad
und die kleinere Kurbel. Dies begünstigt beim Einsatz der
Schnarre (ungarisch recsego") die Erzeugung kurzer akzentuierter
Schnarrtöne, deren Klangcharakter an eine Marschtrommel oder
ein Tamburin erinnern.

Regional ist die ungarische Drehleier in der ungarischen
Volksmusik der Gebiete um Szentes und Csongrád sowie im Gebiet
der Donau südlich von Budapest beheimatet. Die ersten
schriftlichen Hinweise auf Drehleiern in Ungarn finden sich
im XVI. Jahrhundert, die ältesten ungarischen Abbildungen
des Instrumentes stammen aus der Zeit der Kuruzenkriege Ende
des 17. Jahrhunderts. Im Zuge der „Renaissance der Drehleier“,
die in Ungarn im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts einsetzte,
haben ungarische Instrumentenerzeuger die Bauweise von noch
lebenden Volksmusikern gelernt und übernommen, so dass Ungarn,
ähnlich wie Frankreich, eine durchgehende Tradition des
Drehleierbaus und -spiels aufweist. Häufig sind in der
Volksmusik Drehleierspieler im Duett mit Klarinettisten
überliefert, wobei die Klarinette den Melodiepart und die
Leier die Funktion eines Begleitinstrumentes übernahm.
Historische Abbildungen von Drehleiern aus Süd- und
Ostösterreich weisen bauliche Ähnlichkeiten zu den
ungarischen Instrumenten auf.


„Böhmischer“ Typus

In tschechischen Museen sind mehrfach Instrumente erhalten,
die keine Bordunsaiten und somit auch keine Schnarrsaite
haben. Weitere Merkmale sind: Resonanzsaiten die durch
den Tangentenkasten geführt sind, zylindrische Stege für
die einzelnen Melodiesaiten, damit einhergehend für je
eine Melodiesaite plus Resonanzsaiten ein eigener Saitenhalter,
eine besondere Anordnung der Tangenten/Bünde die es erlaubt,
anders als bei anderen Drehleiern, mit einer Tastatur zwei
Melodiesaiten in wechselnden Zweiklängen abzugreifen sowie
meist ein Hebel zum Aushängen einer Melodiesaite.


Bauformen aus Polen und der Ukraine

Diese Instrumente aus Osteuropa, Polen, der Ukraine,
Weißrussland und Russland haben einen geigenförmigen
Korpus, meist ein sehr kleines Rad und gelegentlich
eine besondere Tastatur mit Knöpfen.


Gotische Drehleier

Unter diesem Begriff wird eine Vielfalt von
Instrumentenformen von heutigen Instrumentenbauern angeboten.
Man versteht darunter meist Instrumente, deren Korpusform nach
historischen Abbildungen aus der Zeit vom Beginn der Neuzeit
bis etwa 1650 geformt ist. Es gibt sehr genaue Nachbauten nach
einzelnen historischen Abbildungen, etwa nach dem Instrument,
das auf dem Bild Der Garten der Lüste von Hieronymus Bosch
dargestellt ist, aber auch rein spekulative Neuschöpfungen
für die Verwendung auf Mittelaltermärkten.


Lira Organizzata, Vielle Organisée oder Orgelleier

Die Orgelleier ist eigentlich ein selbständiges Instrument,
das aus einer Drehleier kombiniert mit einer kleinen Orgel
besteht. Durch die Drehleier-Tastatur wird auch die Mechanik
der Orgelventile gesteuert und mit der Kurbel das Windsystem
betrieben. Im achtzehnten Jahrhundert wurden dafür unter
anderem von Joseph Haydn und Ignaz Pleyel Kompositionen geschrieben.
Organistrum, Steinskulptur, Kathedrale von Santiago de
Compostela, 1188


Organistrum

Die älteste nachgewiesene Form ist das Organistrum.
Die frühesten bekannten Darstellungen stammen aus dem
12. Jahrhundert (Bröcker, 1977, Seite 43.Ein Instrument
für zwei Spieler, wobei einer die Saiten verkürzt und der
andere die Kurbel bedient. Das Organistrum ist nur aus
Abbildungen und Plastiken bekannt, unser Wissen über den
Mechanismus der Saitenverkürzung, die Stimmung und andere
bauliche Details gründet auf Indizien. Das Organistrum wurde
in der Kirchenmusik verwendet.


Kastenleier (lat. Sinfonia)

Auch diese Form ist bereits aus mittelalterlichen
Darstellungen belegt. Das Instrument hat die Form einer
länglichen Kiste, nur die Tastatur und die Kurbel stehen vor.
Die Tastatur der Kastenleier dürfte im Original dorisch
gewesen sein. Die frühesten Abbildungen stammen aus dem
13. Jahrhundert (Bröcker, 1977, Abbildung 35). Wie beim
Organistrum beruhen alle heutigen Nachbauten auf Texten und
Abbildungen und daraus abgeleiteten Folgerungen. Es ist kein
historisches Instrument erhalten.


Geschichte

Als Organistrum ist die Drehleier in Texten
ab dem zehnten Jahrhundert belegt. Die frühesten bekannten
Darstellungen stammen aus dem zwölften Jahrhundert.
Eine bedeutende Veränderung erfährt die Drehleier ausgehend
von Frankreich im achtzehnten Jahrhundert. Es entstehen
während einer nicht all zu langen Zeitspanne viele
kammermusikalische Werke für „ländliche“ Instrumente, unter
ihnen die Drehleier. Das Instrument wird für den Gebrauch in
der höfischen (Kammer-)Musik adaptiert und Bauformen mit
lautenähnlichem Spänekorpus sowie mit Orgelregistern entwickelt.
Viele technische Grundlagen der heute verwendeten Instrumente
gehen auf diese Zeit zurück.

Bis ins 19. Jahrhundert ist die Drehleier in vielen Ländern Europas
dokumentiert. Heute ist sie in Zentralfrankreich, Nordwestspanien
und Ungarn als traditionelles Musikinstrument verbreitet, in vielen
Regionen Europas erlebt sie eine Renaissance. Das Instrument hat
heute vermutlich eine größere Verbreitung als zu jeder anderen Zeit.


Die Namen der Drehleier

Die modernen Bezeichnungen Drehleier und seltener,
meist in wissenschaftlichen Texten, Radleier leiten sich ab von
griechisch, Lyra, althochdeutsch und ital. Lira. Der Präfix
Dreh- (von drehen) beziehungsweise Rad- bezieht sich auf das vom
Spieler gedrehte Streichrad.

In den historischen Quellen gibt es verschiedene weitere Bezeichnungen:
Nur in mittelalterlichen Texten findet sich Symphonie
(Bröcker, 1977, Seite 229), Als Lyra mendicorum verzeichnet
sie Athanasius Kircher in seiner Musurgia Universalis
(Iconismus VIII fol. 487). In historischen Quellen findet sich
Drehleier meist auf Leyer oder Leier verkürzt
(Bröcker, 1977, Seite 229 - 233). Auch die Form Lira kommt vor,
etwa in Bezeichnungen von Stimmen für Drehleier in musikalischen
Werken (Neue Mozart Ausgabe online, KV 602/3, Trio). Eine
Unterscheidung zwischen dem antiken Zupfinstrument Leier,
dem südosteuropäischen Streichinstrument Lyra und der eigentlichen
Drehleier ist nur aus dem Kontext möglich
(Grimm - online: Leier, 1a und 1b). Gleiches gilt für den Begriff
Leierkasten. Der Grund ist, dass nach der Drehvorrichtung der
Drehleier verschiedene Geräte mit einer gleichartigen Kurbel als
Leier bezeichnet wurden (Grimm - online: Leier, 4), darunter auch
kleine tragbare mechanische Musikwerke die mit einer Leier
betrieben werden: ein Kasten mit Leier, also Leierkasten.
Auch Namen wie Bawren Lyren (Bauernleier) (Praetorius, 1620, Tafel XXII)
bzw. Bettelleier wurden benutzt, nicht zuletzt um eine Unterscheidung
zwischen der antiken „Leier“ und der Dreh-„Leier“ zu treffen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mittelalterliche Musik
BeitragVerfasst: 11. Jul 2011, 19:13 
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Die Harfe




Die Harfe gehört zu den Chordophonen, Untergruppe Zupfinstrumente.
Sie ist eines der ältesten Musikinstrumente der Menschheit und kam
bereits um etwa 4000 v. Chr. in Mesopotamien, Persien
(siehe Bahram V., Sassanidenkönig) und Ägypten vor.

Unter den drei Grundtypen der Zupfinstrumente (Harfen, Zithern und Lauten)
ist die Harfe charakterisiert als ein Instrument, bei dem die Saiten senkrecht
(Winkelharfe) oder abgeschrägt an der Resonanzdecke ziehen. Die Konzertharfe
als größte Vertreterin ihrer Art ist mit etwa 180 cm Höhe und bis zu 40 kg
Gewicht eines der größten und schwersten Orchesterinstrumente.



Aufbau und Technik


Die Harfensäule bildet quasi das Rückgrat des Instrumentes. Oben befindet sich
der Kopf, der kunstvoll verziert sein kann, unten befindet sich der Fuß. Vom
Kopf aus führt der Hals zum Knie, das die Verbindung zum schräg nach unten
verlaufenden Korpus, dem Resonanzkörper, der wiederum im Fuß endet, darstellt.

Die obere Fläche des Resonanzkörpers bildet die Resonanzdecke, auf der sich
die Aufhängeleiste für die Saiten befindet. Die Stimmwirbel der Harfe befinden
sich im Hals, je nach Typ der Harfe auch eine Mechanik. Diese ist bei
Pedalharfen über Pedalstangen, die entweder in der Säule oder im Korpus
verlaufen, mit den Pedalen im Fuß verbunden.

Bei den einfachsten Harfen ist jede Saite für nur einen Ton zuständig. Bei der
Hakenharfe kann man jede Saite mittels eines Haken, häufig auch Halbtonklappe
genannt, je nach Bedarf um eben einen Halbton höherstimmen. Bei der Pedalharfe
kann man durch das Betätigen eines Pedales alle gleichnamigen Töne des
Instrumentes um einen Halbton erhöhen, bei der Doppelpedalharfe um einen
weiteren Halbton.

Die Bezeichnung „Konzertharfe“ meint immer eine Doppelpedalharfe (
Grundstimmung Ces-Dur), mit der in allen Tonarten gespielt werden kann, die im
alpenländischen Raum gebräuchliche Bezeichnung „Volksharfe“ bzw.
„Tiroler Volksharfe“ meint eine Einfachpedalharfe (Grundstimmung Es-Dur), mit
der in Tonarten bis zu drei Be und vier Kreuze, einschließlich C-Dur gespielt
werden kann.


Harfentypen


Hakenharfen, Pedalharfen, Doppelpedalharfen


Diatonisch gestimmte Harfen



Einfachpedalharfe


Im 18. Jahrhundert werden zur Einstellung der Tonarten Pedalharfen konstruiert,
die noch heute in Gebrauch sind. Bei der Pedalharfe wird die Saitenverkürzung
durch eine aufwändige Mechanik (bis zu 2500 Bauteile) mittels Fußpedalen, also
auch während des Spielens, erreicht.

Ursprünglich war eine Pedalanordnung im Gebrauch, welche die Möglichkeit bot,
den Ton einer Saite um einen Halbton höher zu stimmen. Entsprechend dem Aufwand
beim Bau der Harfen waren es wenige, häufig fünf, später sieben Pedale. Die
ursprünglich von Hand zu drehenden Haken wurden später mittels Zug-Seilen mit
einem Pedal am unteren Teil des Resonanzkörpers der Harfe verbunden, um durch
Treten dieses Pedals den Halbton zu erzeugen.

Mitte bis Ende des 18. Jahrhunderts waren „Zugkrückenmechaniken“ weit verbreitet:
Dieses waren mechanisierte Haken, welche die Saiten auf einen am Hals angebrachten
Steg quer zur Saitenebene drückten. (Konstruktion Fa. Naderman Paris). Seltener
war eine Mechanik mit mehreren drehbaren Haken. (Fa. Cosineau Paris).

Ende des 18. Jahrhunderts wurde die bei den heutigen Konzertharfen gebräuchliche
Gabelscheibenmechanik entwickelt (Fa. Nadermann Paris und Fa. Erard London).
Funktion: Eine drehbare Scheibe, deren Achse quer zum Hals angeordnet ist, war mit
zwei kleinen Stiften versehen, zwischen denen die Saite verläuft. Tritt man das
Pedal, so dreht sich die Scheibe, und die zwei Stifte drücken die Saite so ab,
dass ein Halbton entsteht.

Die von den Pedalen betätigten Zugstangen wurden ausschließlich durch den Säule mit
einer Umlenkung im Kopf der Verbindung zwischen Säule und Hals geführt. Exotische
Konstruktionen wie die Umstimmung der Saiten durch Dehnen mit drehbaren Wirbeln der
Fa. Cosineau zur Jahrhundertwende zum 19. Jahrhundert konnten sich nicht durchsetzen.
Die Einfach-Pedalharfen erreichen im Gegensatz zur Hakenharfe eine maßgebliche
Erweiterung der innerhalb eines Musikstückes erreichbaren Tonarten.
Tiroler Volksharfen

Eine besondere Art der Einfachpedalharfe ist die im späten 19. Jahrhundert auftretende
„Tiroler Volksharfe“ oder „Tiroler Liederharfe“, eine „Harfe“, die das erforderliche
Umstimmen für den typischen Tonartenwechsel der Alpenländischen Volksmusik einfach
durch Treten der Pedale ermöglicht. Sie wird mit nicht betätigten Pedalen in Es-Dur
gestimmt und erreicht damit die Tonarten Es bis E-Dur.

Vermutlich handelt es sich wegen der gebogenen Decke um eine Weiterentwicklung der
„böhmischen Harfe“. Die Namensgebung leitet sich aus dem Verbreitungsgebiet des
heutigen Tirol und Südtirol ab. Es handelt sich dabei um eine recht einfache
Konstruktion. Die statischen Teile des Halses inklusive der Lager für die
Umstimmvorrichtungen sind in Holz ausgeführt. Die Anordnung der Pedale war je nach
Instrumentenmacher verschieden.

Die Instrumente des Harfenbauers Sepp Bradl aus Brixlegg verhalfen der noch heute
gültigen Konstruktion zum Durchbruch. Beteiligt war maßgeblich die Volksharfenspielerin
Berta Höller aus Vöcklabruck in Oberösterreich (Sinngemäßes Zitat: Da habe ich den
Holzköpfen erst einmal klar machen müssen, dass die Pedale wie bei der Konzertharfe
angeordnet werden müssen, damit sich die Harfe durchsetzt).

Die von Sepp Bradl nun nicht mehr verwendeten Drahthaken wurden noch lange vom
Harfenbauer Kammel (Schneizlreuth, Oberbayern) weiterverwendet. Die von den bekannten
Volksharfenbauern (Mürnseer, Kitzbühel, Petuschnigg, Lienz, Kröll, Zangerle, beide
Tirol und Fischer, Traunstein in Oberbayern) noch gebauten Instrumente sind mit
Gabelscheibenmechaniken ausgerüstet. Das Konstruktionsmerkmal mit den Zugstangen
im Resonanzboden und Umlenkung im Knie hat sich bei den Volksharfen erhalten.
Diese Harfen zeichnen sich durch einen klaren Klang und ein kräftiges Knie aus.


Doppelpedalharfe


Konzertharfe Erard Stil Gotik Bj.1905
Die Doppelpedalharfe ist die heute gebräuchliche Konzertharfe. Sie hat meistens
47 Saiten (die diatonisch gestimmt sind) und umfasst einen Umfang von sechseinhalb
Oktaven. Sie erreichen eine Höhe von bis 1,90 Meter. Die Saitenspannung erhöht sich
mit der Weiterentwicklung der Konzertharfe noch bedeutend und erfordert von den
Harfenisten ausgeprägtes Training zur Kraftbildung, dem Hornhautaufbau und spezielle
Techniken zur Entspannung der Hand (nach unten zeigende Finger zupfen die Saiten
und werden zum Entspannen der Hand in die Handfläche artikuliert). Durch die
Entwicklung der Doppelpedalharfe wurden die Spielmöglichkeiten stark erweitert,
zum Beispiel das Spielen eines Glissando über einen verminderten Septakkord.

Am 2. Mai 1810 erhielt Sébastien Érard das Patent für eine Harfe mit doppelter
Auflösung und Drehscheibenmechanik. Jedes der sieben Pedale konnte jetzt nicht nur
um eine Stufe, sondern um zwei Stufen getreten werden. Hierdurch wurde die Erhöhung
um zwei Halbtöne (ein Ganzton) möglich. Die Erfindung wird fast unverändert von den
Konzertharfenbauern noch heute verwendet. 3500 verkaufte Exemplare führten zur
Standardisierung der Harfe, die mit 46 bis 47 Saiten bespannt ist.

In den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts brachten Konzertharfenfirmen
Modelle mit verbreiterten Resonanzdecken im Bassbreich auf den Markt. Die Decke
erscheint in der Vorderansicht in der Birnenform. Mit der Doppelpedalharfe zog das
Instrument im 19. Jahrhundert, nach der Arpa Tripla (Arpa Doppia) des 17. Jahrhundert,
wieder als festes Instrument in das „Klassische Orchester“ ein.

Die Doppelpedalharfe hat in der Regel sieben Pedale, eines für jeden Stammton.
Die Pedale sind durch Metallstangen in der Säule der Harfe mit einem Mechanismus
verbunden, der es erlaubt während des Spielens die Länge des virbrierenden Teils
der Saiten zu verändern, was die Stimmungen der Saiten verändert. Jedes Pedal hat
drei Positionen, in der Anfangsposition haben alle Töne ein ?-Vorzeichen. Jeder
Ton lässt sich nun zweimal um einen Halbtonschritt erhöhen.



Hakenharfe


Eine Hakenharfe ist ein nach ihren Umstimmvorrichtungen bezeichneter Harfentyp.
Die Harfe ist traditionell ein diatonisches Instrument, das auf eine Tonart
eingestimmt ist. Vermutlich mit der Verbreitung der temperierten Stimmung und um
schnell die Tonart wechseln zu können, wurden ab dem 18. Jahrhundert unterhalb der
Stimmwirbel Haken angebracht, mit denen die einzelnen Saiten so verkürzt und um
jeweils einen Halbton erhöht werden konnten. Am oberen Ende der Saite ist ein Haken
oder Hebel angebracht, der mit der Hand betätigt werden kann und die Saite verkürzt.
So kann die Saite um einen halben Ton erhöht werden. Es müssen nicht alle Saiten mit
Haken versehen sein. Meistens wird die Tonart vor jedem Stück eingestellt. Es ist
jedoch auch möglich, während des Spiels üblicherweise mit der linken Hand die Umstimmer
zu bedienen.

Der Terminus Hakenharfe sagt nichts über die regionale Herkunft des Instrumentes aus.
Hakenharfen sind (nach nicht genau definierter Quelle, hier ist Vorsicht geboten!) seit
dem 17. Jahrhundert bekannt und waren in der Kunstmusik noch neben den Pedalharfen bis
weit ins 19. Jahrhundert hinein verbreitet. Am bekanntesten sind jedoch jene Instrumente,
die häufig von böhmischen und thüringischen Wandermusikerinnen bis in die 50er Jahre
hinein gespielt wurden. Diese werden darum als Böhmische Hakenharfen bezeichnet und sind
heute wieder in Franken und Süddeutschland beliebt. Außerdem sind viele der so genannten
irischen oder keltischen Harfen Hakenharfen. Bei heute üblichen Hakenharfen sind die
ursprünglichen einfachen Haken durch Halbtonklappen (im Englischen „Levers“) ersetzt,
der Name ist jedoch geblieben.

Die heute gebräuchlichen Typen sind die Keltische Harfe und die Böhmische Harfe.


Lateinamerikanische Harfen


Die in Spanien weit verbreitete Harfe wurde im 16. Jahrhundert durch die Spanier in
Lateinamerika eingeführt - sie war damals in Europa ein Modeinstrument. Das Instrument
verlor im Laufe ihrer Entwicklung die pentatonische Saitenreihe und ist heute ein
diatonisches Instrument ohne Umstimmvorichtungen und mit Nylonsaiten bespannt. Die Harfe
ist heute in Südamerika weit verbreitet und Harfenmusik ist Teil der Folklore in
verschiedenen Ländern Lateinamerikas.

Besondere Beliebtheit genießt dieses Instrument in Paraguay und in Venezuela. Die typische
Paraguay-Harfe hat 36 Saiten und ist etwa 150 cm hoch, der Abstand zwischen den Saiten
beträgt etwa einen Zentimeter. Die Schallöffnungen befinden sich auf der Rückseite des
Instrumentes. Die Venezolanische Harfe Arpa llanera ist größer, durchschnittlich etwa
160 cm, hat 32 Saiten, die Seitenabstände betragen 1,4 cm und die Schallöffnungen
befinden sich auf der Vorderseite des Instrumentes, auf dem Resonanzboden. Die
Arpa llanera wird ebenso in Kolumbien gespielt. Die in den Anden, den Bergen Südamerikas,
verbreitete Harfe besitzt einen sehr breiten Resonanzkörper und hat 34 Saiten. Die
Peruanische Harfe ist besonders populär in der Region Ayacucho. In Chile, Ecuador
und Bolivien ist die Harfe nicht unbekannt, verliert aber mehr und mehr an Bedeutung.
In Mexiko ist die Harfe im Bundesstaat Veracruz populär, sie wird dort aber mehr zur
Begleitung und nicht als Soloinstrument benutzt. Das berühmte Lied „La Bamba“ ist
ursprünglich ein Harfenlied.

Entsprechend der weiten Verbreitung dieses Instruments in Südamerika gibt es viele
Musikstile, die mit der Harfe gespielt werden können (z.B. der Joropo).
Venezolanisch-kolumbianische Harfenmusik ist sehr rhythmisch und vom heißen Klima
der tropischen Tiefebenen beeinflusst. Traditionell wird dazu auch gesungen
(zum Teil Sprechgesang) und die Harfe wird vom Cuatro, der Maracas (Rumbakugel)
und von einem Bass begleitet. Paraguayische Harfenmusik ist sehr melodiös und
melancholisch. Sie wird mit Gitarre, Requinto (Kleine Gitarre) und manchmal
mit Akkordeon begleitet. Andenmusik fußt auf der Pentatonik der Inkas, ist oft
schwermütig und wird von Europäern mit ihrem ständigen Wechsel von Moll- zu
Dur-Klängen als leicht traurig empfunden.

Südamerikanische Harfen werden mit den Fingernägeln gezupft.


Chromatisch gestimmte Harfen


Im 15. oder 16. Jahrhundert entstanden in Spanien und Italien chromatische Harfen.
Es sind heute folgende Typen der chromatischen Harfe bekannt:
* Arpa Dos Ordenes (spanische Harfe mit gekreuzten Saiten)
* Arpa Doppia (italienische Doppel- oder Tripelharfe)
* Chromatische Cláirseach
* Pleyel-Harfe
* Weigel-Harfe
* Walisische Tripelharfe
* Kora (westafrikanische Harfe)
* burmesische Harfe


Moderne Sonderfälle


Die Experimentierkunst im Harfenbau ist nicht erloschen, so waren am Harfenkongress
in Prag moderne Formen der Pleyelharfe und kleinere chromatische Harfen mit zwölf
Saiten in einer Reihe zu sehen. Diese Modelle waren in der Renaissance und Barock im
kleinerem Umfang bereits vorhanden ohne jemals weitere Verbreitung zu finden.
Ausgehend von einer im 19. Jahrhundert bereits vorhandenen Konstruktion einer
chromatischen Harfe unternahm der Harfenist Christoph Pampuch Ende des 20.
Jahrhunderts einen neuen Anlauf. Auf Basis der böhmischen Harfe entwickelte er eine
doppelreihig überkreuztes, dazu handliches Modell, das mit eigener Spieltechnik
und ohne fehleranfällige Mechanik das gesamte chromatische Spektrum bietet. Das
Besondere ist die Stimmung des Instruments, dabei werden die Saiten einer Saitenreihe
immer in großen Sekunden (analog dem Salzburger Hackbrett) gestimmt, also in 2
parallelen Ganztonleitern. Der Musiker oder Musikerin greift für einen Dreiklang zwei
Saiten aus einer Ebene und eine Saite aus der zweiten Ebene.


Geschichte


Die Harfe als irisches Symbol. Flagge der irischen Provinz Leinster
Die Harfe ist weltweit sehr verbreitet. Früheste überkommene dokumentierte Referenzen
gibt es aus der Zeit 4000 v. in Ägypten und 3000 v. in Mesopotamien. Die ersten
Abbildungen von Harfen erscheinen in Mesopotamien und Ägypten etwa 2400 v. Chr. Aus
der Kykladenkultur haben sich zehn Marmorstatuetten mit sitzenden Harfenspielern
erhalten, die von ca. 2600 bis 2200 v. Chr. entstanden sind.

Archäologen aus Innsbruck haben eine 2000 Jahre alte, geschnitzte Winkelharfe
rekonstruiert. Der aus Hirschgeweih geschnitzte Arm der Harfe ist reich verziert und
trägt eine rhätische Inschrift. Im nördlichen Europa
(im Gegensatz zum Mittelmeerraum, Medialib) erscheinen die ersten Abbildungen von
Harfen in Irland um etwa 800 n. Chr. Diese Harfen bilden mit ihren Charakteristika
(geschwungener Hals, abgeschrägte Saitenanordnung) den Grundtypus aller heute weltweit
gebräuchlichen Harfen.

Eine der ältesten erhaltenen Harfen aus dem 15. oder 16. Jahrhundert, benannt nach
dem legendären irischen König Brian Boru, hat einen aus einem einzigen Stamm
gebeitelten Korpus. Als Resonanzholz kam Weidenholz zum Einsatz. Diese Harfe kann in
der Bibliothek des Trinity College in Dublin besichtigt werden. Ein sehr ähnliches
Exemplar, die Queen Mary Harp, befindet sich im Museum of Scotland in Edinburgh. Die
Brian-Boru-Harfe ist auf den irischen Euro- und Cent-Münzen abgebildet, und war davor
lange auf allen Münzen des irischen Pfundes zu sehen.

In Mitteleuropa tritt die Harfe als einfache Schoßharfe auf (oft auch als Bogenharfe).
Schnarrer waren weit verbreitet, das Instrument klingt dadurch kräftiger. Der
schnarrende Klang deutet auf die Verwendung als Begleit- und Rhythmusinstrument hin.
Die Pedalharfe mit am Harfenfuß angebrachten Pedalen wurde 1720 von Jacob Hochbrucker
erfunden.


Harfen in der Mythologie


Die Harfe ist unter dem Namen Kantele das Instrument des finnischen Schöpfergottes
Väinämoinen und unter dem Namen Kinnor das des hebräischen Königs David, der mit
ihr die bösen Geister seines Vorgängers Saul austreibt. (Weder Kantele noch das
Instrument, das David spielte, sind instrumentenkundlich Harfen zu nennen.) Auch in
verschiedenen nordischen Sagen taucht sie auf, so in der Wälsungen-Sage oder dem Beowulf.


Vorformen der Harfe


* antike griechische Harfen: Pektis (Unterarten sind Sambyke, Trigonon,
Psalterium, Magadis und Nablium)
* Kinnor (Bezeichnung der biblischen Harfe)
* Kantele


Künstler


* Silke Aichhorn
* Derek Bell
* Nicolas-Charles Bochsa
* Annie Challan
* René Challan
* Sarah Christ
* Alice Coltrane
* Assia Cunego
* König David
* Gesine Dreyer
* Sidonie Goossens
* Marcel Georges Lucien Grandjany
* Maria Graf
* Deborah Henson-Conant
* Gwenael Kerléo
* Theodore Labarre
* Lilly Laskine
* Andrew Lawrence-King
* Harpo Marx
* Loreena McKennitt
* Marie-Kathrin Melnitzky
* Joanna Newsom
* Astrid Nielsch
* Turlough O’Carolan
* Rüdiger Oppermann
* Maria Palatin
* Anna-Maria Ravnopolska-Dean
* Floraleda Sacchi
* Carlos Salzedo
* Arianna Savall
* Alan Stivell
* Jochen Stübenrath
* Marcel Tournier
* Jochen Vogel
* Andreas Vollenweider
* Merit Zloch


Bedeutende Hersteller


Bedeutende Hersteller sind Aoyama (Japan), Camac (Frankreich), Horngacher (Deutschland),
Lyon & Healy (USA) und Salvi (Italien).

Speziell für Einfachpedalharfen (Tiroler Volksharfen) sind noch Kammel (Deutschland)
und Mürnseer (Österreich) erwähnenswert.


Festivals


* Internationales Harfenfestival, Weil am Rhein
* Süddeutsches Harfentreffen
* Keltische Tage am Bodensee
* Harfentreffen Lauterbach seit 1981 (ehem. Mosenberg)


Siehe auch


* Aeolsharfe (Windharfe)
* Böhmische Harfe
* Keltische Harfe
* Walisische Tripelharfe


Literaturangaben


* Zur Baugeschichte der Harfe vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert aus
Michaelsteiner Konferenzberichte 47, ISBN 3-895-12113-4
* Hans-Joachim Zingel: Harfe und Harfenspiel ISBN 3-921-51808-3 (vergriffen)
* Historische Harfen Ed. Heidrun Rosenzweig (Im Eigenverlag der
Musik-Akademie der Stadt Basel), Odilia Verlag, ISBN 3-952-13674-3
* Harfen des Berliner Musikinstrumentenmuseum ISBN 3-922-37818-8
* Floraleda Sacchi. "Elias Parish Alvars, Life, Music, Documents: annotated
catalogue of his works for harp, piano, orchestra and voice",
Odilia Publishing, 1999 - ISBN 3-9521367-1-9.
* Hans-Joachim Zingel: Verzeichnis der Harfenmusik, Hofmeister Verlag
* Vita Mirella: Kleines Harfenwörterbuch, Pizzicato Verlag
* Michel Faul, Nicolas-Charles Bochsa : harpiste, compositeur, escroc,
éditions Delatour 2003 (Frankreich). ISBN 2-752-10000-0.
* Michel Faul, Les tribulations mexicaines de Nicolas-Charles Bochsa,
harpiste, editions Delatour 2006 (Frankreich). ISBN 2-752-10033-7.


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Das Krummhorn




Das Krummhorn (in alten Quellen auch Krumhorn oder Krumphorn geschrieben;
engl.: Crumhorn; frz.: Cromorne, Tournebout; ital.: Cromorna, Storto) ist
ein Holzblasinstrument mit Doppelrohrblatt, zylindrisch gebohrter Röhre und
Windkapsel. Es besitzt sieben vorderständige Grifflöcher und ein Daumenloch
für den linken Daumen. Der Tonumfang beträgt eine große None. Beim modernen
Krummhorn ist der Tonumfang durch zwei Klappen nach oben erweitert und
beträgt dann eine Undezime. Das Überblasen war ursprünglich nicht vorgesehen,
ist beim modernen Krummhorn jedoch unter Zuhilfenahme der Klappen möglich,
wobei das Instrument wegen der zylindrischen Bohrung in die Duodezime überbläst.
Die überblasenen Töne unterscheiden sich klanglich jedoch sehr stark von den
übrigen Tönen. Insbesondere bei den tiefen Instrumenten lassen sich die jeweils
tiefsten Töne durch eine geringfügige Absenkung des sonst üblichen Blasdrucks
auch Unterblasen, bei gleichem Griff erklingt an Stelle des üblichen Tons
dessen Unterquinte. Das Instrument besitzt nahezu keinen Dynamikbereich,
Blasdruckänderungen führen zu Tonhöhenänderungen und dienen daher der
Intonation, was insbesondere bei Gabelgriffen angewendet wird.

Es gibt die Stimmlagen Sopran, Alt, Tenor, Bass und Großbass. Kleinere und
größere Instrumente wurden versuchsweise gebaut, konnten sich aber nicht
durchsetzen. Wie bei den meisten Holzblasinstrumenten der Renaissance ist
die c/f-Stimmung üblich:
Stimmlage Tonumfang (in Klammern modernes Krummhorn)
Sopran c1 d1 – d2 (– f2)
Alt f0 g0 – f1 (– b1)
Tenor c0 d0 – d1 (– f1)
Bass F G – f0 (– b0)
Großbass C D – d0 (– f0)

Alt und Bass werden vereinzelt auch einen Ganzton höher, also mit dem tiefsten
Ton g0 bzw. G, gebaut. Krummhörner sind mittels Gabelgriffen chromatisch mit
Ausnahme der kleinen Sekunde zum tiefsten Ton spielbar.

Das Krummhorn wurde in Europa im 15. Jahrhundert entwickelt und stammt von einem
mittelalterlichen Instrument mit gerader Röhre und einem Tierhorn
(von Kuh oder Ziege) am unteren Ende ab. Im 16. Jahrhundert war das Instrument
weit verbreitet. Mit dem musikalischen Übergang von der Renaissance zum Barock
im 17. Jahrhundert geriet es aus der Mode. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts
werden wieder Krummhörner gebaut und gespielt. Neben der Wiedergabe von Musik
aus Mittelalter und Renaissance wird das Krummhorn vereinzelt auch bei Folk
und moderner Musik eingesetzt.

Es gibt ein gleichnamiges, ähnlich klingendes Orgelregister, meist zu 16' oder 8'.
Dieses Lingualregister hat zylindrische Becher mit meist natürlicher Länge.


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Die Nyckelharpa/Schlüsselfidel




Die Nyckelharpa ist ein Streichinstrument. Der Begriff stammt aus Schweden
(Plural Nyckelharpor) und ist zunehmend international und auch in Deutschland
gebräuchlich. Die deutschen Bezeichnungen sind „Schlüsselfidel“,
„Schlüsselgeige“ oder seltener „Tastenfidel“. (Die gelegentlich gebrauchte
Schreibweise Schlüsselfiedel ist nach Auskunft der Duden-Redaktion nicht
sinnvoll, da „Fiedel“ eine abwertende Bezeichnung für Geige ist, während
„Fidel“ die frühmittelalterliche Urform aller Streichintrumente bezeichnet.)

Aufbau und Arten
Die Nyckelharpa ist ein Streichinstrument. Mit Hilfe eines kurzen Bogens
werden ihre Saiten in Schwingung versetzt. Die Tonhöhe der Melodiesaite(n)
wird dabei durch das Betätigen von Tasten, (den Schlüsseln) bestimmt -
ähnlich wie bei der Drehleier. Diese Tasten werden auch als Tangenten bezeichnet.

Es gibt eine Vielzahl an Formen der Nyckelharpa. Eine moderne, chromatische
Nyckelharpa hat vier Melodiesaiten, die dem Bogen gespielt werden. Je nach
Bauart der Tastatur können verschieden viele (meist drei oder alle vier)
Melodiesaiten mit den Tangenten verkürzt und damit in der Höhe verändert
werden. Die nicht variierten Saiten werden als Bordun genutzt.

Dazu kommen meist zwölf Resonanzsaiten oder Sympatiesaiten (engl. sympathetic
strings - eine Saite für jeden Halbton). Diese Resonanzsaiten liegen unter
den Melodiesaiten und werden nicht mit dem Bogen berührt, sondern durch die
angespielten Töne und deren Obertöne zum Mitschwingen angeregt. Durch die
Resonanzsaiten entsteht der Eindruck eines Hall-Effektes. Wann die ersten
Nyckelharpor mit Resonanzsaiten ausgestattet wurden, konnte bisher nicht
geklärt werden.

Nach dem Vorhandensein von Resonanzsaiten erfolgt auch eine erste Einteilung
unterschiedlicher Typen von Nyckelharpas:

Nyckelharpor ohne Resonanzsaiten sind die Mora-Harpa, die Esse-Harpa
(West-Finnland) oder die Nyckelharpa von Vefsen (Norwegen).

Nyckelharpor mit Resonanzsaiten sind die Enkelharpa, Silver- und Kontrabasharpa
und die chromatische (schwedisch kromatisk) Nyckelharpa, die modernste und am
weitesten verbreitete Form. Die Anzahl der Resonanzsaiten und deren Stimmung
variiert, die chromatische Nyckelharpa hat zwölf davon.

Weitere Unterteilungen erfolgen nach Art, Anzahl und Position von Bordun- und
Melodie-Saiten. Eine Unterteilung nach Anzahl von Tastaturreihen, wie sie oft
vorkommt, ist ungenau. Vor allem im oberen Register werden die Tangenten für
das Abgreifen der Töne aus Platzgründen oft über zwei Tastaturreihen verteilt.
Der Tonumfang ist bei den älteren Formen meist diatonisch, die modernen sind
chromatisch spielbar.

Geschichte
Das Musikinstrument Nyckelharpa gibt es seit dem Mittelalter. Belege über ihre
Existenz finden sich hauptsächlich in Schweden, aber auch in Dänemark,
Deutschland, Österreich und Italien.

Eine der wahrscheinlich ältesten Abbildungen einer Nyckelharpa findet sich
auf einem Steinrelief am Portal der Källunge kyrka in Gotland, Schweden,
datiert auf ca. 1350. Das dargestellte Instrument ähnelt stark einer Frühform
der Nyckelharpa, die heute als „Mora-Harpa“ bekannt ist. Diese bis heute
überlieferte Form der Nyckelharpa wurde nicht nach ihrem Fundort Älvdalen
in Dalarna (Mittelschweden) benannt, sondern nach ihrer neuen Heimat in
Mora, wo sie im Zornmuseum ausgestellt ist. Auf der Halsrückseite der
Mora-Harpa steht die Jahreszahl 1526. Es kann sich dabei aber nicht um
das Baujahr handeln, weil dieses nachweislich das Jahr 1680 ist.

Im Deutschland des 16. und 17. Jahrhunderts war die „Schlüsselfidel“ offenbar
bekannt, denn sowohl bei Sebastian Virdung „Musica getutscht und ausgezogen“
als auch bei Michael Praetorius „Syntagmatis musici tomus secundus“ von 1619
mit „Theatrum instrumentorum“ wird sie erwähnt und detailliert dargestellt.
1989 fand der schwedische Instrumentenforscher Per-Ulf Allmo an der Fassade
des Hauses der Schlachterinnung (dem Knochenhaueramtshaus von 1529) in
Hildesheim eine Verzierung mit fünf Putten, von denen eine ganz offensichtlich
auf einer Nyckelharpa spielt. Auf 1408 ist die Abbildung eines Engels in
Siena, Italien, datiert, der eine Nyckelharpe (ital. Viola d'amore a chiavi)
spielt. In seinem 2004 erscheinenden Buch „Den gäckande nyckelharpan“ wurden
neue Erkenntnisse über die Herkunft der Nyckelharpa veröffentlicht. Per-Ulf
Allmo fand anhand älterer Darstellungen Belege, dass die Idee der Nyckelharpa
ursprünglich von Zentral-Europa nach Schweden gewandert ist.

Im Salzburger Museum Carolino Augusteum werden zwei Schlüsselfideln aus dem
Süddeutsch-Österreichischen Raum aus dem 17. Jahrhundert aufbewahrt.

Heutige Brauchpflege
Jedes Jahr findet in Österbybruk im schwedischen Uppland ein Treffen der besten
Spielleute statt, die so genannte nyckelharpstämman. Dabei werden einerseits
Wettbewerbe durchgeführt (eine WM), außerdem können auch die Instrumente selbst
zur Begutachtung eingereicht werden. Andererseits steht das gemeinschaftliche
Spielen und Instrumentebauen - auch mit spontanen Treffen unterschiedlicher
Spielgruppen - eine zentrale Rolle.

Während bekannte Spielleute die Nyckelharpa vor allem solo oder mit anderen
Nyckelharpor spielen, wird das Instrument volkstümlich vor allem in Gruppen
zusammen mit Akkordeon, Kontrabass und natürlich Violine gespielt.


Bedeutende Spielleute
Die chromatische Nyckelharpa wurde 1929 von August Bohlin (1886-1949) entwickelt
und später zu einem modernen, vielseitig einsetzbaren Instrument weiterentwickelt.
Mitte des vorigen Jahrhunderts war die Nyckelharpa nicht verbreitet und wurde nur
noch von wenigen Spielmännern in Uppland gespielt. Vor allem Eric Sahlström
(1912-1986) hat durch seine Kompositionen zu einer Erweiterung des Repertoires
beigetragen.

Einer seiner Nachfolger ist Johan Hedin, der nicht nur musikalisch, sondern auch
durch seine Neukonstruktionen, die von Peder Källman gebaut werden, bekannt ist.
Die neuesten Mitglieder der Instrumentenfamilie sind die Alto- und Tenor-Nyckelharpa.

Stilprägende, bekannte Nyckelharpaspieler sind: Anders Norudde, Tellu Virkkala
(beide Mora-Harpa), Olov Johansson (Chrom. NH und Kontrabasharpa), Åsa Jinder,
Johan Hedin und Björn Björn (Silverbasharpa). Die Nyckelharpa wird aber auch
zunehmend außerhalb Schwedens gespielt (Triskilian, Poeta Magica, Adaro, Marco
Ambrosini, Didier François, Cultus Ferox, Duivelspack und Versengold) und gebaut
(Jean-Claude Condi, Annette Osann, Ralf Gehler und Nikolaj Marks).

Wichtige Instrumentenbauer
Bekannte Nyckelharpabauer in Schweden sind Esbjörn Hogmark, Olle Plahn, Leif Eriksson,
Björn Björn und Sören Åhker.

In Frankreich haben Jean-Claude Condi und Annette Osann, ausgehend vom Geigenbau
eine eigenständige Form des Nyckelharpabaus entwickelt. Jean-Claude Condi hat
außerdem den Bau von Bögen für die Nyckelharpa entscheidend weiter entwickelt.

Unterricht
In Schweden gibt es Ausbildungsmöglichkeiten auf der Nyckelharpa am
Eric-Sahlström-Institutet in Tobo. Dort werden einjährige Vollzeitkurse,
aber auch externe Kurse angeboten, die dann länger dauern. Eine auf zwei Jahre
angelegte berufsbegleitende „Europäische Nyckelharpa Fortbildung“ für Musiker
wurde auf Initiative von Marco Ambrosini in einer Kooperation der Scuola di
Musica Popolare di Forlimpopoli in Italien, dem Eric-Sahlström-Institutet in
Schweden und Burg Fürsteneck in Deutschland entwickelt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mittelalterliche Musik
BeitragVerfasst: 11. Jul 2011, 19:17 
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Die Schalmei




Die Schalmei, auch Schalmay, Schalmey, Ciaramella, Kalamaia, Pommer, ist ein
Holzblasinstrument mit Doppelrohrblatt und konisch gebohrter Röhre. Sie besitzt
meist sieben vorderständige Grifflöcher. Ein Daumenloch für den linken Daumen
kann ebenfalls vorhanden sein. Der Klang ist sehr laut, scharf und vor allem in
der tiefen Lage nasal. Der Tonumfang beträgt 1½-2 Oktaven, wobei einmal in die
Oktave überblasen wird. Die Instrumente sind mittels Gabelgriffen chromatisch mit
Ausnahme der kleinen Sekunde zum tiefsten Ton spielbar. Bei diesem direkt
angeblasenen Rohrblattinstrument wird häufig eine Pirouette (Lippenstütze) zur
Entlastung der Lippen verwendet. Die Schalmei stammt von der orientalischen Zurna
ab und taucht im Mittelalter in Europa auf. In der Renaissancezeit wurde sie in
c/f-Stimmung in den Stimmlagen Garklein, Sopranino, Sopran, Alt, Tenor und Bass
gebaut. Die Bassschalmei ist bereits sehr unhandlich und benötigt sehr viel Luft.
Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts werden wieder Schalmeien gebaut und gespielt.
Neben der Wiedergabe von Musik aus Mittelalter und Renaissance wird die Schalmei
vereinzelt auch bei Folk und moderner Musik eingesetzt.


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